Podium des WKO-Medientalks mit Dr. Walter Koren und dem Botschafter der Russischen Föderation in Österreich, Sergej Netschajew.

Beim Medientalk der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) zum Thema "Beeinflusst PR die Weltpolitik" zeigten sich die Vertreter der österreichischen Wirtschaft nicht sonderlich glücklich über die Sanktionspolitik der EU gegenüber Russland. Generell wird das Druckmittel Sanktionen vorwiegend abgelehnt und ein ausgewogeneres mediales Bild fernab der Propaganda gefordert.

Von Marco Maier

In seiner Ansprache betonte Dr. Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Austria der WKO, dass eine Politik der wirtschaftlichen Abstrafung nicht sehr sinnvoll ist. "Sanktionen mögen wehtun, doch Sanktionen führen zu keinem Meinungsschwenk bei politischen Entscheidungsträgern", so Koren. Dabei betonte er auch, dass Sanktionen zu Gegensanktionen führen. Unter Berufung auf Kuba, welches er mehrmals besuchte, verdeutlichte Koren die fehlende Effektivität von Sanktionen. Nur weil die Bevölkerung darunter leidet, wird das politische System nicht instabiler.

Russlands Botschafter in Österreich, Sergej Netschajew, betonte in seinem Redebeitrag die Rolle Russlands als Nachbar der Ukraine und als Mitglied des UN-Sicherheitsrates. womit Russland auch an den Entscheidungen über Krieg und Frieden mitwirkt. Ebenso betonte er die wichtige Rolle Russlands in Sachen Syrien, Irak und Libyen, die derzeit wichtige Krisenherde dieser Welt sind. Doch die Ukrainer als Brudervolk der Russen liegt ihm natürlich besonders am Herzen. Netschajew kritisierte hierbei insbesondere die Rolle der westlichen Massenmedien, die eine sehr einseitige Position bezogen haben und damit eine antirussische PR-Kampagne starteten. Auch den Versuch der westlichen Politik, Russland aufgrund der wirtschaftlichen Regeneration ins Abseits zu stellen, kritisierte der Botschafter.

Dass wirtschaftliche Sanktionen äußerst selten politische Veränderungen bewirken, sollte eigentlich allgemein bekannt sein. Die politische Führungsriege in der EU scheint dies offenbar nicht zu stören. Anstatt mit diplomatischem Geschick zu agieren, griff man in Brüssel gleich zur ökonomischen Holzkeule. Obwohl es der Westen war, der den Umsturz in der Ukraine mitfinanzierte und unterstützte, wird Russland für die Eskalation verantwortlich gemacht und sanktioniert. Gemeinsam mit den Gegensanktionen Moskaus führt diese Politik jedoch zu schweren wirtschaftlichen Schäden und einer dauerhaften Belastung der zwischenstaatlichen Beziehungen.

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Die Politik greift hierbei mithilfe der Massenmedien selbstverständlich auch auf PR-Werkzeuge zurück. Fotos, Videos und Interviews sollen die gewünschten Stimmungsbilder transportieren. Ob nun in Sachen Iran, Palästina, Ukraine oder Venezuela – schlussendlich tragen diese Instrumente doch auch zur öffentlichen Meinung bei. Die Einteilung in "gut" und "böse" erfolgt hierbei je nach Wünschen der Auftraggeber. Dabei wird der Öffentlichkeit via Public Relations – zunehmend mit geheimdienstlicher Unterstützung – erklärt, wer gut und wer böse ist. Propagandawerkzeuge par excellence eben.

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