Nordkoreanischer Grenzposten. Bild: Flickr / Roman Harak CC-BY-SA 2.0

Die dauerhafte Absenz von Kim Jong Un könnte tiefgreifende Ursachen haben. So verdichten sich die Indizien, dass es innerhalb der nordkoreanischen Führung zu gravierenden Veränderungen kam, die zu einer schrittweisen Wiedervereinigung der seit Jahrzehnten getrennten Landesteile führen könnte. Chinas Präsident Xi Jinping führt dabei offenbar eine führende Rolle.

Von Marco Maier

Auch wenn bislang noch nichts offiziell ist, so lassen immer mehr Hinweise vermuten, dass innenpolitische Umwälzungen in Nordkorea nicht nur zu einer Annäherung beider Staaten führen, sondern über kurz oder lang auch zu einer Wiedervereinigung. Auch wenn dies zuerst über ein "Staatenbündnis" führt, wie der nordkoreanische Außenminister Lee Yong Soo am 28. September auf der 69. UN-Vollversammlung deutlich machte. Angesichts der Probleme, die sich aus der überstürzten Überführung der DDR in die BRD ergaben, ist dies eine nachvollziehbare Haltung. Allerdings könnten die daraus gezogenen Lehren dabei helfen, dass das seit den 1950ern geteilte Land harmonischer zusammenwächst.

Auch auf der südkoreanischen Seite scheint man schon intensiv daran zu arbeiten, die beiden Länder wieder aneinander zu binden. So appellierte die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye am 7. Oktober, nun beim "8. Welttag der Koreaner" an das "gesamte koreanische Volk, gemeinsame Anstrengungen zur Wiedervereinigung der Halbinsel" zu unternehmen. Für den 13. Oktober setzte die Präsidentin die "2. Plenarsitzung des Vorbereitungskomitees der Wiedervereinigung" an – diese Institution war erst Anfang August gegründet worden.

Zudem sollen schon die Wiedervereinigungspläne sehr konkret sein, wie südkoreanische Medien vermelden. So soll bei der Tagung ein Wirtschaftsentwicklungsmodell für die wiedervereinigte Halbinsel entworfen werden. Auch werden dort „konkrete Schritte zur Durchführung der Wiedervereinigung“ und die „Vorbereitung der Bevölkerung auf den Alltag nach der Wiedervereinigung“ geplant.

Die Rolle des chinesischen Präsidenten, Xi Jinping, scheint hierbei wichtig zu sein. Denn er scheint den Machtkampf innerhalb der chinesischen KP gegen seinen Vorgänger Jiang Zemin gewonnen zu haben. Jiang galt als großer Unterstützer der Kims in Nordkorea, doch mit Xi kam eine Reformkraft ans Ruder, für die Nordkorea mehr ein Klotz am Bein ist. Chinas Rolle als Schutzmacht Nordkoreas ist damit nicht mehr bedingungslos, so dass das politische Establishment in Pjöngjang umzudenken beginnen musste. Dies könnte auch der Grund für die jüngsten Annäherungen an Südkorea sein, wenngleich es nach wie vor – um den Schein zu wahren? – zu kleineren Scharmützeln auf See kam.

Auf jeden Fall könnten die kommenden Wochen und Monate noch einige interessante Meldungen in Sachen Korea mit sich bringen, Und wer weiß, vielleicht wächst bald wieder zusammen, was auch zusammen gehört.

1 KOMMENTAR

  1. Der Artikel beruht auf nichts als haltlosen spekulationen(Hätte,Könnte usw.)

    Fakt ist das China niemals auf seinen Puffer Nordkorea angesichts der Präsenz von USsoldaten im Süden verzichten  und die Kim Dynastie  keinesfalls ihre Macht freiwillig abtreten würde.Die  vorübergehende Abwesenheit Kim Jong Uns mag private Gründe haben oder taktischer Natur sein,ein Putsch des Militärs ist aber austuschließen,da diese Nomenklatura sich damit selbst  damit in Frage stellt.

    Die Teilung Koreas ist viel tiefer gehend als die Deutschlands,inzwischen stirbt die Generation die ein  geeintes Land noch kennt auch biologisch aus…die  Landesteile haben sich sowohl ökonomisch,als  auch kulturell/mentalitätsmäßig  schon zu weit auseinderbewegt…so daß die Teilung weiterhin bestehen bleiben wird!

    Alles andere ist Wunschdenken!

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