IWF: Eurozone-Banken sind zu schwach – Schattenbanken zu stark

Der Internationale Währungsfonds (IWF) kritisiert die Banken der Eurozone. Demnach sind die Banken nicht in der Lage, genügend Kredite zu vergeben. Dadurch sei, so der in Washington veröffentlichte Bericht, die globale Finanzstabilität gefährdet. Insbesondere das "Schattenbanken-System" würde davon profitieren.

Von Marco Maier

Insgesamt 300 Großbanken in den Industrieländern waren das Ziel der IWF-Untersuchungen. Rund 40 Prozent der Banken seien demnach nicht in der Lage, eine "volkswirtschaftlich angemessene Kreditvergabe" zu sichern. In der Eurozone beläuft sich dieser Wert auf ganze 70 Prozent. Den Instituten gehe es durch Sanierungsmaßnahmen zwar meist gut genug, „um zu überleben“. Das reiche aber nicht. „In vielen Ländern müssen die Banken Athleten sein, die die wirtschaftliche Erholung energisch unterstützen können“, erklärte der Leiter der IWF-Finanzmarktabteilung, José Viñals.

Infolge der Unterkapitalisierung der Banken würden die Unternehmen versuchen, sich anderweitig Geld zu beschaffen. So zum Beispiel durch die Vergabe von Unternehmensanleihen an Investmentfonds, deren Volumen an solchen Papieren sich seit 2007 verdoppelt habe.  „Die Risiken verlagern sich in das System der Schattenbanken“, warnte Viñals. „Wenn darauf nicht eingegangen wird, könnten diese Risiken die globale Finanzstabilität gefährden.“ Denn die Turbulenzen an den Finanzmärkten könnte es sehr schnell zu Liquiditätsengpässen kommen.

Besonders kritisch sei die Lage auch deshalb, weil die Banken trotz der Geldschwemme der Zentralbanken kaum mehr Gewinne erwirtschaften, gleichzeitig jedoch die Finanzmärkte mit liquiden Mitteln vollgepumpt werden. Das traditionelle Kreditgeschäft wirft wegen den niedrigen Zinsen zu wenig Rendite ab, so dass die Banken ihr Heil in gefährlichen Spekulationen suchen. Dieser Schuss könnte jedoch bald nach hinten losgehen, da selbst kleinere Turbulenzen an den Kapitalmärkten für größere Verluste sorgen und so manche Bank in die Bredouille bringen könnten.

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