Islamischer Staat: US-Rüstungsindustrie hofft auf einen langen Krieg

Die amerikanische Rüstungsindustrie zählt, wie zu erwarten, zu den großen Gewinnern des Kriegs gegen den Islamischen Staat. Volle Auftragsbücher und ordentliche Gewinne sind das Resultat der steigenden Rüstungsbudgets. Wieder einmal beweist es sich, dass den USA Feldzüge als Konjunkturspritzen willkommen sind.

Von Marco Maier

Bomben, Raketen und Teile für Kampfjets sind es, was die US-Rüstungsindustrie Dank des IS-Feldzugs, welcher kürzlich "Operation Inherent Resolve" (Operation natürliche Geschlossenheit) getauft wurde, nun wieder in Massen produzieren kann. Zusätzlich erwarten die amerikanischen Waffenschmieden die Entwicklung neuer Rüstungsprojekte, die weitere Milliarden in die Kassen fließen lassen werden. Nicht nur das Pentagon, auch die Militärapparate der verbündeten Länder brauchen Nachschub.

In den vergangenen drei Monaten legte der Aktienkurs des Rüstungs- und Technologiekonzerns Lockheed Martin um rund zehn Prozent zu. Der Konzern stellt unter anderem die Hellfire-Raketen her, die von amerikanischen Drohnen abgefeuert werden. Auch der Börsenwert der Rüstungsunternehmen Northrop Grumman und Raytheon stieg seit Beginn des Militäreinsatzes.Raytheon sicherte sich Ende September einen 251 Millionen Dollar schweren Pentagon-Auftrag, der US-Marine weitere Tomahawk-Lenkraketen zu liefern. Am 23. September, dem ersten Tag der Luftangriffe auf Syrien, feuerten Kriegsschiffe 47 Tomahawks ab. Kostenpunkt: 1,4 Millionen Dollar pro Rakete und ein Millionengeschäft für Raytheon.

Das Leid der Menschen im Irak und in Syrien wird zur Goldgrube jener Unternehmen, die am gewaltsamen Tod verdienen. Im Gegenzug für die Aufträge an die Waffenschmieden müssen sich die teilnehmenden Staaten für diesen Feldzug noch mehr verschulden, worüber sich die Finanzindustrie freut, die den Steuerzahlern dieser Länder noch mehr an Zinsen abknöpfen können. Der Krieg ist das Geschäft einiger großer Konzerne.

Was bleibt, ist auch der schale Beigeschmack eines inszenierten Szenarios, bei dem die US-Geheimdienste die Regie führen. Die ganzen Indizien, die auf die Gründung und Bewaffnung der IS-Milizen durch CIA & Co hindeuten, um damit Syriens Präsidenten al-Assad zu Fall zu bringen, verdichten sich. Zumal damit vorsorglich ein Krisenherd geschaffen werden konnte, bei dem die Welt wieder einmal nach einem US-Militäreinsatz rufen würde. Die Türkei will ja nur dann mit Bodentruppen gegen den Islamischen Staat eingreifen, wenn der Sturz des syrischen Präsidenten eines der Ziele ist.

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