Der Vatikan. Bild: Flickr / Giorgio Galeotti CC BY-SA 2.0
Expresszeitung.com - Jetzt abonnieren!

Bislang galt für die Katholische Kirche die Homosexualität grundsätzlich als verwerflich. Doch mit Papst Franziskus scheint im Vatikan ein neuer Wind zu wehen. Eine Wende um 180 Grad kann man bei diesem Thema von der Kirche jedoch nicht erwarten.

Von Marco Maier

Die alttestamentarischen Vorstellungen lassen sich nicht so leicht aus dem katholischen Wertekanon streichen. Dies betrifft unter anderem auch jene Menschen, deren Sexualität nicht den Normvorstellungen entsprechen. Zwar wird keine Todesstrafe mehr dafür gefordert, wie es schon im Alten Testament (Levitikus 20,13: "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.") heißt, dennoch gilt die Homosexualität nach wie vor als schwere Sünde und nicht mit dem katholischen Glauben vereinbar.

Dass es im katholischen Klerus jedoch auch nicht wenige Homosexuelle gibt, ist weithin bekannt. Einige Priester äußerten sich schon dazu. Umso weniger verwundert es, dass das Thema unter dem neuen Papst, der in vielen Fragen deutlich offener agiert, unter einem anderen Licht diskutiert wird. Homosexuelle könnten die christliche Gemeinschaft mit ihren "Gaben und Eigenschaften" bereichern, heißt es in einem Zwischenbericht des Vatikan bei einer Tagung von rund 200 Bischöfen zum Thema Ehe und Familie. Ein Novum in der Kirchengeschichte.

In diesem Zwischenbericht schlagen die Bischöfe zwar nicht vor, die bisher geltende katholische Doktrin zu ändern, nach der Homosexualität verurteilt wird. Allerdings heißt es in dem Papier, "ohne die moralischen Probleme, die mit homosexuellen Partnerschaften verbunden sind, negieren zu wollen" könne der gegenseitige Beistand "wertvoll" und positiv für das Leben der Partner sein. Grundsätzlich beharren die Bischöfe in ihrem Bericht aber darauf, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau möglich sei.

 

3 KOMMENTARE

  1. 1. Homosexuelle sind ja keine "Aussätzigen" – und selbst diese wären in der Kirche willkommen, oder?

    2. Jesus hätte mit Sicherheit nichts gegen Homosexuelle gehabt – warum die Kirche sich hier sperrt, ist unverständlich und auch nicht sehr christlich!

    3. Homosexualität ist nicht = unmoralisch! Das ist totaler Unfug! Moral macht sich an jedem einzelnen Menschen selbst fest – egal ob hetero, homo, zölibatär oder sonstwas! Des Weiteren bin ich fest davon überzeugt, dass es in so manchem Kloster unsittlicher/unmoralischer zugeht als anderswo!

    4. Scheidung: Besser getrennt glücklich/harmonisch leben, als auf Gedeih und Verderb an einen Menschen gefesselt, den man nicht mehr liebt und mit dem auch keine Harmonie mehr möglich ist. Eine Scheidung ist für die Betroffenen sowieso meistens schon sehr schmerzhaft/schwer – da sollte dann die Kirche erst recht hilfreich zur Seite stehen, anstatt sich abzuwenden (auch das ist nicht christlich – und auch das würde Jesus nicht tun)!

    Ich finde es gut, dass Papst Franziskus hier gegensteuert; dies ist definitiv möglich, auch ohne das Fundament des christlichen Glaubens anzutasten!

    • Das Problem dabei ist, dass die Kirche kaum gegen die alttestamentarischen Vorstellungen ankommen kann. Die frühchristlichen Konzile haben da eben doch ein gewisses Weltbild gemauert, gegen das die heutige Kirche immer noch nicht ankämpfen will.

  2. Öffnet sich, ist gut .

    Tausende Homos haben seit Jahrhunderten ein warmes Plätzchen in der Kirche gefunden.

    Probleme hat man nur :"Wie sag´ich´s meinem Kinde ?"

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here