Griechenland: Staatsbankrott ist nur eine Frage von Monaten

Die schönen Worte der Politiker können nichts daran ändern, dass Griechenland massive Refinanzierungsprobleme hat. Allein in den nächsten 15 Monaten benötigt das südeuropäische Land rund 43 Milliarden Euro, doch angesichts steigender Zinssätze wird dies für Athen unfinanzierbar.

Von Marco Maier

Innerhalb kürzester Zeit stieg der Zinssatz für zehnjährige griechische Staatsanleihen um 0,81 Prozentpunkte von 7 auf 7,81 Prozent. Grund für diesen Anstieg ist die generelle Unsicherheit über die finanzielle Lage des südeuropäischen Krisenlands. Die Börse in Athen musste schon seit September massive Verluste erleiden und liegt nun wieder auf dem Niveau von September 2013. Langsam dämmert es auch den letzten Optimisten, dass die aktuelle Situation keine Verbesserung mit sich bringt.

Der Schuldenberg von etwa 315 Milliarden Euro (ca. 174 Prozent des BIP) zehrt angesichts der Zinskosten jeglichen finanziellen Spielraum Athens auf. Die angebliche "schwarze Null" beim Primärhaushalt (ohne Zinskosten) wurde auch nur durch Tricks erreicht. So werden Pensionsanträge und dergleichen nur sehr langsam bearbeitet, während die Unternehmen ihre Steuerzahlungen vorleisten müssen. Das Prinzip Athens ist einfach: Alles was Geld kostet wird hinausgezögert, alles was Geld bringt wird vorgezogen. Doch irgendwann rächt sich dieses Spiel.

Inzwischen reift die Erkenntnis, dass es ohne einen Schuldenschnitt und einer Streckung der Rückzahlung wohl kaum möglich sein wird, Griechenland aus der Schuldenspirale zu befreien. Das heißt jedoch, dass die EU und der IWF auf große Summen verzichten werden müssen, sofern sie keinen Staatsbankrott und damit Totalausfall der Forderungen provozieren wollen. Denn im Zuge des ersten Schuldenschnitts und der Umschuldung übernahmen diese Institutionen schrittweise einen immer größer werdenden Teil der griechischen Außenstände von dene privaten Gläubigern. Das Risiko liegt also hauptsächlich bei den Steuerzahlern. Doch noch wagt es kein Politiker in Regierungsverantwortung, diesen Schritt öffentlich bekannt zu machen.

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