Griechenland: Lehrer und Universitätsmitarbeiter protestieren gegen Spardiktat

Griechenlands Lehrer und Universitätsmitarbeiter wehren sich gegen die rigorosen Sparmaßnahmen im Bildungsbereich. Viele von ihnen zogen protestierend durch die Straßen Athens um ihrem Unmut freien Lauf zu lassen.

Von Marco Maier

Wer in die Bildung investiert, investiert in die Zukunft. Doch Griechenland kürzte im Zuge der Sparmaßnahmen zur Budgetkonsolidierung auch die Gelder für die Schulen und Universitäten. Inzwischen liegen die griechischen Bildungsausgaben – trotz der kollabierenden Wirtschaft – nur noch bei 2,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im EU-Schnitt liegen diese bei mehr als 5 Prozent.

Dimitris Polixroniadis von der staatlichen Lehrer-Union sagte gegenüber PressTV: "Das ist das schlechteste Schuljahr in meiner 20-jährigen Karriere. Zum ersten Mal gibt es nicht genügend Lehrer. Dreißig Schüler werden in ein Klassenzimmer gestopft, und viele von ihnen die in die Schule kommen, hatten kein Frühstück." Damit verdeutlicht er die prekäre Situation im Land, die sich auch auf die Kinder auswirkt.

"Staatliche Bildung wird nach und nach privatisiert und verliert die traditionelle 'gratis für alle Philosophie' infolge der Austeritätsmaßnahmen in Griechenland. Die Klassenunterschiede wurden mit der Zunahme der Armut bei Schülern und Eltern noch deutlicher", so Polixroniadis weiter. Die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten führt dazu, dass vielen Familien das Geld zur ausreichenden Versorgung ihrer Kinder fehlt und diese hungrig zur Schule gehen.

Doch die griechischen Lehrer wollen sich dies nicht gefallen lassen und nun für fünf Tage streiken und protestieren. Stellenabbau, Gehaltskürzungen und weitere Sparmaßnahmen wollen sie nicht mehr länger akzeptieren. Auch wenn der Austeritätskurs eine Bedingung der Troika war, damit das finanziell angeschlagene Land weiter Kredite erhält.

Loading...
Spread the love
Lesen Sie auch:  Mit Demokratiefördergesetz gegen "Verschwörungstheoretiker"

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.