Drohender Kollaps: Die Ukraine will mehr Geld vom Westen

Die zugesagten 30 Milliarden Dollar sind Kiew nicht genug. Angesichts des wirtschaftlichen Zusammenbruchs der Ukraine, des anhaltenden Bürgerkriegs im Osten – samt des Verlustes der Kontrolle über die wirtschaftlich starken Oblaste Donezk und Lugansk – ist das provisorisch regierte osteuropäische Land auf ausländische Finanzhilfen angewiesen.

Von Marco Maier

Wer anschafft soll auch zahlen, so lautet wohl die Devise in den ukrainischen Regierungskreisen. Die Maidan-Revolution samt Machtergreifung des prowestlichen, nationalistischen Regimes ging auf das Konto des Westens. Allein die USA pulverten rund 5 Milliarden Dollar in den politischen Umsturz und die Europäer halfen mit ihren Pseudo-NGOs nach. Der nun folgende wirtschaftliche Zusammenbruch, der sich aus der Abspaltung der südöstlichen Oblaste, dem daraufhin folgenden Bürgerkrieg und der Einstellung des Handels mit Russland ergab, führt zu einem Kollaps der Staatsfinanzen.

Doch die jetzt mit dem Segen des Westens regierenden Oligarchen, die zusammen auf mehreren Milliarden Dollar an Privatvermögen sitzen, wollen keinen finanziellen Beitrag zur Stabilisierung des Landes leisten. Nun soll der Westen gefälligst mehr Geld in die Hand nehmen, um den endgültigen wirtschaftlichen und finanziellen Kollaps des Landes aufzuhalten. Und das wird sehr teuer.

Die wirtschaftlich angeschlagene Ukraine braucht Außenminister Pawel Klimkin zufolge deutlich mehr Finanzhilfe als die vom Westen zugesagten 30 Milliarden US-Dollar (etwa 23,5 Milliarden Euro). "Im Moment rechnen wir mit einem Rückgang von sieben bis acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ich denke, unser zusätzlicher Finanzbedarf wird gravierend sein", sagte Klimkin der "Wirtschaftswoche". In den von Separatisten beherrschten Gebieten im Südosten, die bisher ein Siebentel zur Wirtschaftsleistung beigesteuert habe, stünden die Betriebe still.

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"Die Deutschen spielen eine große Rolle bei der Finanzierung der Hilfen", sagte Klimkin. "Deutsche Unterstützung brauchen wir bei der Einführung von EU-Standards in der Verwaltung, dem Aufbau eines modernen Steuerwesens, dem Kampf gegen Korruption", meinte er. "Die Erfahrung bei der Integration der ehemaligen DDR könnte uns auch helfen – etwa bei der Neuaufstellung von Polizei und Justiz." Klimkin bekräftigte das utopische Ziel der momentanen ukrainischen Führung, das Land in etwa zehn Jahren in die EU zu führen. "Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, können wir 2020 den Beitrittsantrag stellen und ein paar Jahre später beitreten."

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4 Kommentare

  1. Das finde ich prima. Ich schlage eine neue Steuer fuer alle Deutschen vor um den aussenpolitischen Schaden "Ukraine" zu bezahlen. Am besten bis zum Anschlag, denn ansonsten wird der deutsche Michel niemals aufwachen. Aber selbst wenn er jetzt sofort aufwacht, ist es zu spät. Deshalb für blödheit, zahlen sollen sie, wie sie schon immer gezahlt haben, und rackern sollen sie, wie sie schon immer gerackert haben. Und wenn die EU in ihrer jetzigen Form schon längst nicht mehr existiert, die Zahler werden bestimmt nicht die anderen sein. Aber zu dem Zeitpunkt wird wohl Mutti 2 von irgendwelchen Zwangheiten belehren und wiedergewählt werden. Prima, ich bin froh nicht mehr in solch einer Beschränktheit zu sein. Dann zahlt doch !

     

     

  2. Am besten werden demnächst noch deutsche Mütter überzeugt, in irgendwelchen amerikanischen Kriegen ihre Söhne zu opfern. Alternativlos, wir müssen "helfen", unserer "Verantwortung" gerecht werden. Na denn los. Demnächst kommt das Aufrüstungsprogramm. Das wird mit absoluter Bestimmtheit uns allen Deutschen helfen. Bestimmt, und macht immer brav das Kreuz bei "Weiter So". 

  3. Jetzt  kann man sich aach vorstellen,warum die so erpicht darauf  waren  den Assozierungsvertrag hinzubekommen….die wollen sich alimentieren lassen.

    Das ist ein Faß ohne Boden;Der sog. Maidan war nichts anderes als ein Putsch und hat an der Oligarchenherrschaft überhaupt nichts geändert.Im Gegenteil:Jetzt sitzen sogar Faschisten mit am Ruder

    Die kommenden Austeritätsprogramme mit ihren massiven sozial u.arbeitsplatzabau werden die Lage noch weiter verschärfen.

    als neutraler Staat hätte die Ukraine eine Brückenfunktion erfüllen  können,so aber  wird sie zerissen.

  4. Kann es sein, dass es nur um die Ausweitung der NATO-Ostgrenze geht und die Menschen in der Ukraine für die US-Regierung völlig bedeutungslos sind?

    Zahlmeister Deutschland

    So, wie heute gelogen wird, wurde auch vor hundert und vor zweihundert Jahren gelogen. Ausgerechnet diese Leute sollen uns Deutschen vorschreiben dürfen, wie wir unsere Geschichtsbücher schreiben? Ja, sie tun es, denn Deutschland hat den ersten Weltkrieg verloren und zahlte Reparationen, es hat den zweiten Weltkrieg verloren und zahlt bis heute Gelder an die Alliierten. In der EU ist Deutschland Nettozahler, an Israel liefert Deutschland Waffen zu Sonderpreisen und die NATO wird von Deutschland mitfinanziert. Und all die Soldaten der Alliierten, die heute noch in Deutschland stationiert sind, werden von Deutschland bezahlt. Das alles mutet schon ein wenig merkwürdig an.

    Hans Kolpak

    Goldige Zeiten

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