Erst hieß es, dass die EZB ihre Aufweichung der Bonitätsregeln nicht zu weit treiben möchte, dann folgt Mario Draghis Paukenschlag: nun sollen auch Ramschpapiere aus Griechenland und Zypern ins ABS-Portfolio aufgenommen werden. So will es nach Informationen der "Financial Times" offenbar das EZB-Direktorium.

Von Marco Maier

Langsam aber sicher entwickelt sich die Europäische Zentralbank zur größten Bad Bank Europas. Der Kauf von Kreditpaketen (die sogenannten Asset-Backed Securities – ABS) könnte sich zu einem desaströsen Stolperstein entwickeln. Schon die früheren Anleihenkäufe auf dem Sekundärmarkt waren nichts weiter als indirekte Staatsfinanzierungen, die eigentlich den vereinbarten Regeln widersprechen. Der neue Plan des EZB-Direktors und seiner Verbündeten ist jedoch nicht minder umstritten.

Die Kreditpakete aus Griechenland und Zypern, welche die EZB aufkaufen möchte, gehören zur sogenannten "Seniortranche". Damit wäre die EZB zwar etwas besser abgesichert, weil diese Gläubiger als letztes haften, doch darauf verlassen sollte man sich nicht. Immerhin ist auch dieses Risiko kaum kalkulierbar. Die Kosten eines Fehlgriffes würde die Bilanz der Europäischen Zentralbank belasten – und damit unter Umständen auch die Staatshaushalte der 18 Eurozonen-Mitglieder.

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