Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Bild: Flickr / Global Panorama CC-BY-SA 2.0

Für die Zukunft der BRICS-Staaten, als Gegengewicht zum derzeitigen US-dominierten wirtschaftlichen System, wäre ein Sieg des sozialdemokratischen Kandidaten Aécio Neves wohl ein Todesstoß. Präsidentin Dilma Rousseff gilt als eine der treibenden Kräfte des losen Bündnisses der wirtschaftlichen aufstrebenden Staaten.

Von Marco Maier

Dilma Rousseff und Aécio Neves treten am 26. Oktober zur Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien an. Die Entscheidung zwischen der Sozialistin und dem eher wirtschaftsliberal angehauchten Sozialdemokraten könnte dabei nicht nur den zukünftigen Kurs des südamerikanischen Landes ändern, sondern auch die Zukunft der BRICS-Staaten. Denn Neves gilt als US-freundlich, während Rousseff verstärkt die Nähe zu Russland und China sucht. In Moskau und Peking dürfte man jedoch darauf hoffen, dass Rousseff wiedergewählt wird. Ohne sie könnten die BRICS plötzlich ohne B dastehen.

Nun hat die Kandidatin der sozialistischen Partei (PSB), Marina Silva, überraschend ihre Unterstützung für Neves bekannt gegeben, nachdem schon die Kandidaten Pastor Everaldo (rechtskonservative PSC) und Eduardo Jorge (grüne PV) ihre Unterstützung für den 54-jährigen Ökonomen bekanntgaben. Auch einige Abgeordnete der Mitte-Rechts-Partei PMDB, die mit Rousseffs Arbeiterpartei PT koaliert, sprachen sich für Neves aus.

Indessen lassen sich die Kreise um Rousseff von den Entwicklungen nicht beeindrucken. Trotz des denkbar engen Rennens zwischen den beiden Kandidaten geht man bei der Arbeiterpartei davon aus, dass die Brasilianer den linkskonservativen Kurs Rousseffs und die Sozialprogramme zur Bekämpfung der Armut honorieren werden. Bei den Wahlen am 5. Oktober erhielten Dilma Rousseff 42 Prozent, Aécio Neves knapp 34 Prozent und Marina Silva 21 Prozent der Stimmen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass viele Wähler der linken Oppositionsparteien eher für die amtierende Präsidentin als für den als neoliberal geltenden Neves stimmen werden. Dementsprechend knapp könnte das Rennen zwischen den beiden Politikern auch ausgehen.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Loading...

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here