Brasilien: Dilma Rousseff gewinnt die Stichwahl

Brasiliens Präsidentin, Dilma Rousseff, bleibt weiterhin im Amt. Herausforderer Aécio Neves wurde in der Stichwahl knapp geschlagen. Damit bleibt auch der außenpolitische Kurs zugunsten der BRICS-Länder gewahrt, die mit dem US-freundlichen Neves auf der Kippe gestanden hätte.

Von Marco Maier

Dilma JubelMit etwa 51,5 Prozent der Stimmen konnte sich Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei knapp behaupten. Ihr konservativer Herausforderer, der auch von den anderen Kandidaten des ersten Wahldurchgangs unterstützt wurde, musste sich geschlagen geben. Die siebentgrößte Volkswirtschaft der Welt wird damit weiterhin den gewohnten Kurs segeln. Insgesamt waren rund 143 Millionen Menschen aufgerufen, an der Stichwahl teilzunehmen.

Der wirtschaftsnahe Neves hatte im ersten Durchgang überraschend besser abgeschnitten als die auf Platz zwei gesetzte Sozialliberale Marina Silva, die unter Rousseffs Vorgänger und Parteifreund, Ex-Staatschef Lula, Umweltministerin gewesen war. Silva, mehr als 20 Jahre lang selbst Mitglied der Arbeiterpartei, rief ihre Anhänger überraschenderweise auf, am Sonntag für Neves zu stimmen. Korruption war eines der wichtigen Wahlkampfthemen. Vor allem Neves versuchte aus einer Reihe von Skandalen im Lager der Arbeiterpartei Profit zu schlagen. Dies gelang ihm jedoch nicht wirklich.

Rousseff, eine ehemalige Guerillakämpferin gegen die brasilianische Militärdiktatur (1964-85), war später lange Zeit in Porto Alegre politisch aktiv. Neves wählte in Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais im Südosten des Landes. Der Senator und Enkelsohn des ersten gewählten Präsidenten nach der Militärdiktatur war von 2003 bis 2010 Gouverneur von Minas Gerais. Im Wahlkampf warb er damit, die Zahl der Ministerien deutlich zu verringern und die Privatwirtschaft zu stärken.

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