Bankenrettung: Das teure Spiel der EZB macht die Böcke zu Gärtnern

Für die Bankenrettungsaktion der Europäischen Zentralbank engagiert diese ausgerechnet private Geschäftsbanken. Jene, die für die Malaise selbst verantwortlich sind, sollen nun dafür sorgen, dass die EZB die "richtigen Schritte" setzt. Ein gefährliches Spiel, bei dem die Banken wohl auch noch ordentlich absahnen werden.

Von Marco Maier

Schon in den USA musste der Staat zur "Rettung" des Bankensektors auf eben jene Konstrukteure des undurchsichtigen Finanzcasinos zurückgreifen, die dafür auch verantwortlich waren. Dabei cashten die Investmentbanker auch noch auf Kosten der Steuerzahler ordentlich ab. Nun passiert das Selbe in blau nocheinmal in der Europäischen Union. Draghi beauftragt private Banken damit, die Rettung der angeschlagenen Branche zu managen.

Denn auch er hat ein Problem: das geplante Aufkaufprogramm von "Asset-Backed Securities" (ABS), mit dem die Geschäftsbanken ihre Kreditvergabe wieder ankurbeln sollen, ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Traut man in den EZB-Chefetagen den eigenen Leuten dies nicht zu, oder handelt es sich gar einfach um ein abgekartetes Spiel? Auf jeden Fall sollen die Geschäftsbanken und Vermögensverwalter das Programm zum Laufen bringen. Damit machen Draghi & Co jedoch die Böcke zu Gärtnern, was schlussendlich eine sehr teure Angelegenheit werden könnte.

So übernimmt der US-Vermögensverwalter Blackrock das erste Mandat, während für das zweite Mandat wohl die Deutsche Bank oder die BNP Paribas infrage kommen. Dadurch werden die Banken nicht nur entlastet, sondern auch noch für ihre Tätigkeit entlohnt. Eine Situation, in der sie doppelt gewinnen und die Steuerzahler schlussendlich draufzahlen.

Immerhin können die beauftragten Banken so der EZB auch Ramschpapiere unterjubeln, zumal die Ratings der großen Ratingagenturen (siehe US-Subprime-Krise) nicht gerade viel Aussagekraft haben. Die Banken können so ihre Risikopapiere an die EZB verkaufen, so dass diese – und damit die Steuerzahler der Eurozone – dann wohl die Verluste zu tragen hat. Damit wird die Europäische Zentralbank wohl endgültig zur "Bad Bank Europas", wie es schon der Ökonom Hans-Werner Sinn (siehe auch sein Buch "Gefangen im Euro") ausdrückte.

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Ein Kommentar

  1. Draghi ist der Oberbock,schließlich stammt er aus dem Hause Goldman Sucks.Und ist natürlich in der Bruderschaft,vermutlich Hochgrad.Name ist übrigens Omen.Wenn ich daran denke welche Diskussionen es gab ,ob Wim Duisenberg der richtige Mann für die EZB wäre.Solche einfältigen Fragen gibt es heute nicht mehr,wir fahren Volldampf in den Abgrund.

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