Papst Franziskus sagte beim Gedenk- und Friedensgottesdienst an der Weltkriegs-Gedenkstätte Redipuglia: „Der Krieg ist ein Wahnsinn“. Dabei verurteilte das Oberhaupt der Katholischen Kirche auch den Handel mit Waffen und die Hetze zum Krieg.

Von Marco Maier

Mit einer scharfen Anklage gegen Waffenhändler und Kriegshetzer hat Papst Franziskus der Toten aller Kriege gedacht. Wie schon 1914 entstünden auch heute Kriege durch geopolitische Pläne, Geldgier, Machthunger und die Interessen der Waffenindustrie, sagte Franziskus am Samstag während einer Messe an der italienischen Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Fogliano Redipuglia. „Und diese Terrorplaner, diese Organisatoren der Konfrontation wie auch die Waffenhändler haben in ihr Herz geschrieben: ‚Was geht mich das an?'“ Diese Frage sei das höhnische Motto des Krieges. Sie erlaube die Fortdauer eines dritten großen Krieges mit Massakern und Zerstörungen, so der Papst bei seinem Besuch anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor nunmehr 100 Jahren.

„Der Krieg ist ein Wahnsinn“, rief der Papst vor rund 100.000 Pilgern am Monument „Sacrario di Redipuglia“ im Nordosten Italiens, rund 30 Kilometer westlich von Triest aus. Der Krieg suche Entwicklung durch Zerstörung und vernichte, so der Papst, dabei das Schönste, was Gott erschaffen hat: den Menschen. Er bringe Verwirrung und zerstöre alle brüderlichen Bande zwischen den Menschen. Somit sei der Krieg das genaue Gegenteil von dem, was Jesus im Evangelium von den Menschen verlange. Die Geschäftemacher des Krieges verdienen damit nach den Worten des Papstes viel Geld und haben durch ein verdorbenes Herz das Weinen darüber verloren.

Vor dem Gottesdienst hatte Franziskus bei einem nahen Friedhof für mehr als 14.500 Gefallene der österreichisch-ungarischen Armee gebetet und einen Kranz niedergelegt. Bei den Kämpfen zwischen Italien und Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg starben im Ersten Weltkrieg rund eine Million Soldaten, darunter auch drei Vorfahren des italienischstämmigen Papstes.

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