Leichensäcke neben einem Massengrab in der Ukraine. Bild: Youtube

Im Zuge der Umpositionierungen der Streitkräfte während der seit einiger Zeit bestehenden Waffenruhe wurden in der Ostukraine nun schon zwei Massengräber entdeckt, in denen sich Leichen von Zivilisten fanden. Dafür verantwortlich sollen Einheiten der ukrainischen Nationalgarde sein, die jedoch jede Schuld von sich weist. Nun stellt sich die Frage, wie viele solcher Massengräber noch existieren.

Von Marco Maier

Insbesondere für Angehörige der ukrainischen Nationalgarde und der sogenannten "Freiwilligenverbände", die vor allem aus westukrainischen Nationalisten bestehen, ist der Krieg der Kiewer Interimsregierung gegen die Separatisten im Osten auch ein ethnischer Kampf. Aussagen wie jene von Julia Timoschenko, dass man die rund 8 Millionen Russen in der Ostukraine "mit Nuklearwaffen erledigen" solle, stoßen in diesen Reihen auf große Zustimmung. Der Feind ist "der Russe", auch wenn die russischstämmigen Ukrainer schon seit Generationen im Land leben.

Umso weniger darf man sich wundern, wenn nach all den Vorwürfen von Vertreibungen, Vergewaltigungen, Plünderungen und Morden tatsächlich die ersten Massengräber auftauchen. In den von regimetreuen Oligarchen kontrollierten ukrainischen Massenmedien wird ohnehin ständig gegen die russische Minderheit im Land gehetzt. Unterstützt von den Aussagen der rechtsgerichteten Euromaidan-Abgeordneten und des Präsidenten. Poroschenko drohte damit, dass auf jeden getöteten ukrainischen Soldaten gar hunderte von Rebellen den Tod finden würden. Rebellen, Terroristen – das sind für die Anhänger des Kiewer Regimes ohnehin alle Menschen in Donezk und Lugansk. Gewissensbisse bei der Ermordung von Frauen, Kindern und Greisen hat offenbar kaum jemand.

Poroschenkos Aufruf zu Kriegsverbrechen fand offenbar Gehör bei seinen Truppen. Anders kann man die bislang gefundenen Massengräber kaum erklären. Wie viele davon noch existieren, weiß wohl kaum jemand. Inzwischen vermeldet Alexander Sacharchenko, Regierungschef der selbsterklärten Volksrepublik Donezk gegenüber "LifeNews", dass einigen Leichen in den Massengräbern offenbar die inneren Organe entnommen wurden, während andere Körper Spuren von Foltermaßnahmen aufweisen. So wurden bei einigen Toten die Hände an den Rücken gefesselt, bevor sie von den regimetreuen Truppen erschossen wurden. Angesichts der teils schon fortgeschrittenen Verwesung, müsse man jedoch noch die endgültigen Berichte der untersuchenden Ärzte abwarten, bevor man endgültige Aussagen zum Gesamtbild machen könne.

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