Bilder im Louvre. Bild: Flickr / Matt Biddulph CC-BY-SA 2.0

Frankreichs Staatsschulden drohen das Land in den finanziellen Abgrund zu reißen. Nun werden erste Stimmen laut, die vielen Kunstschätze des Landes – wie die Mona Lisa – zu verhökern, um die Staatskassen zu entlasten. In den französischen Medien wird dieses Thema derzeit heiß diskutiert.

Von Marco Maier

Mit einem Rekord-Schuldenstand von mehr als 2.000 Milliarden Euro und einem gewaltigen jährlichen Haushaltsdefizit manövriert Frankreich seine Staatsfinanzen immer weiter in Richtung Abgrund. Nun werden erstmals "unkonventionelle" Mittel angedacht, um den Abwärtssog zumindest vorübergehend aufzuhalten. Die Weinsammlung des Elysée-Palastes und eine Prestige-Immobilie hat Paris bereits verflüssigt. Gegen den Ausverkauf von Kunstwerken sprechen jedoch noch kulturelle und moralische Bedenken, sowie ein Gesetz.

Französische Medien diskutieren darüber, ob Frankreich nicht den Weg Portugals einschlagen solle, welches Werke des Künstlers Miro um 36 Millionen Euro verkaufen möchte. Für die "Mona Lisa" wäre hingegen ein Erlös von bis zu 1,5 Milliarden möglich, was nicht einmal ein Promille der französischen Staatsschulden ausmacht – oder 1,25 Prozent des erwarteten Haushaltsdefizits von mindestens 120 Milliarden Euro für 2014.

Doch auch wenn France 24 analysierte, dass man allein mit dem Inhalt des Musée d´ Orsay rund 4 Milliarden Euro einnehmen könnte und Paris 173 Museen besitzt – wirklich rentabel wäre ein solcher Kunstverkauf – zumindest momentan – nicht. Denn Frankreichs Kunstschätze werden durch ein Gesetz geschützt, das einen Verkauf von „Gemälden aus öffentlichen Sammlungen“ als illegal deklariert. Die Kunstschätze zählen als öffentliches Eigentum und sollen es auch bleiben.

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Auch eine solche mögliche Gesetzesänderung wäre problematisch, da die meisten Kunstschätze Frankreichs dem Land einst von Privatpersonen gespendet wurden, die im Gegenzug erhebliche Steuervergünstigungen für ihre Großzügigkeit erhielten. Käme ihr einstiges Eigentum unter den Hammer, dass sie dem Staat als Kulturerbe anvertraut hatten, würden dafür dicke Entschädigungen fällig, was die Einnahmen aus dem Verkauf massiv schmälern würde.

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