Scholl-Latour: Die letzte Abrechnung mit dem Westen und den Putin-Gegnern

Rund vier Wochen nach seinem Tod erscheint nun Peter Scholl-Latours letztes Buch, in dem er mit den westlichen Mächten abrechnet und Russlands Präsident Putin eine Lanze bricht. Insbesondere Bundeskanzlerin Merkel, die USA, die Medien und die westlichen Geheimdienste kommen im Buch „Der Fluch der bösen Tat“ nicht gut weg.

Von Marco Maier

Fluch der bösen TatDas posthum veröffentlichte Werk – es erscheint am 12. September – von Peter Scholl-Latour hat es in sich. Mit aller Wortgewalt kritisiert der bekannte Journalist die Einflussnahme des Westens auf den Nahen Osten und Nordafrika und das dreckige Spiel der westlichen Geheimdienste, welche die Geschicke der Länder lediglich mit Desinformation steuern. Als profunder Kenner der arabischen Welt mit großartigen Beziehungen und Kontakten in der Region, konnte sich Scholl-Latour ein Bild der Lage machen, wie es den meisten Menschen in Europa verwehrt bleibt.

Um zumindest ansatzweise zu begreifen, was in dieser von Kriegen und Interventionen geplagten Region los ist, wird man um sein Buch „Der Fluch der bösen Tat – das Scheitern des Westens im Orient“ nicht herumkommen. Zumal er sich darin nicht ausschließlich mit der Lage im Nahen Osten beschäftigte, sondern auch auf die politische Lage im Westen Wert legte, die mit ihren Interventionen eine wichtige Rolle im Geschehen spielt. Für ihn war Bundeskanzlerin Merkel „die Zarin aus der Uckermark“, bei der die Bezeichnung „Mächtigste Frau der Welt“ zu einer desaströsen Außenpolitik führen würde: „Deshalb glauben wohl die Emissäre Berlins bei ihren Auslandsauftritten, ihren ‚unterentwickelten‘ Gastgebern Mängel an Demokratie und Meinungsfreiheit vorwerfen zu müssen.“

Den „perfekte organisierten Institutionen“ der USA, Großbritanniens und Israels wirft Scholl-Latour eine „umfassende Desinformation“ vor. Mit den Medien geht er laut „Bild“-Auszügen ebenso hart ins Gericht: „Der dümmste Ausdruck, der den deutschen Kommentatoren in den vergangenen Monaten eingefallen ist, um jene Stimmen zu diffamieren, die ein Minimum an Objektivität bei der Beurteilung der russischen Diplomatie anforderten, lautet ‚Putin-Versteher‘.“

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5 Kommentare

  1. Der letzte wirklich kluge Journalist, der noch Zusammenhänge begriffen hat. Noch kenne ich das Buch nicht, aber ich bin sicher, dass es die Dinge im richtigen Licht darstellt. Alles, was heute Journalist genannt wird, verblasst hinter ihm. Zur Zeit sind sie eher ein willfähriges Werkzeug der Waffenlobby, die auf den nächsten grossen Krieg zusteuert. Medial vorbereitet mit Hilfe der sogenannten Qualitätsmedien.

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