Seit rund zwei Wochen protestieren in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad mehrere Tausend Menschen gegen Premierminister Sharif und die Regierung. Trotz der aufrufe der Protestführer, die Demonstrationen friedlich abzuhalten, kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den pakistanischen Sicherheitskräften. Nun gab es erstmals Todesopfer.

Von Marco Maier

Die pakistanischen Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Gummigeschosse und Schlagstöcke ein, als rund 8.000 Regierungsgegner Steine werfend auf die Residenz von Premierminister Nawaz Sharif vorrückten. Die Demonstranten waren den Aufrufen ihrer Anführer gefolgt, einer von ihnen ist der Prediger Tahir ul Qadri: "Mit Gottes Hilfe werden wir unser Ziel erreichen", rief er. "Bleibt bitte friedlich, wahrt meine Glaubwürdigkeit. Wir sind gegen Gewalt und Zerstörung. Mit Gottes Hilfe werdet ihr diesen Krieg mit friedlichen Mitteln gewinnen." Doch die Aufrufe verhallten unbeachtet.

In der aufgeheizten Stimmung kam es zu größeren Straßenschlachten mit der Polizei, sodass rund 250 der aufgebrachten Protestierenden mit Verletzungen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden mussten. Zwei Demonstranten erlagen ihren Verletzungen. Nach Regierungsangaben wurden rund 100 Demonstranten verhaftet.

Imran Khan, einer der Anführer der Proteste, rief der sich in Marsch setzenden Menge zu: "Ich werde vorangehen. Ich werde an der Spitze stehen und euch führen. Es wird keine Gewalt geben. Ich rufe meine pakistanische Polizei und meine pakistanische Armee dazu auf, auch den Frieden zu wahren."

Khan und Qadri, beiden wird Nähe zum Militär nachgesagt, wollen den pakistanischen Premierminister stürzen, dem sie Amtsmissbrauch, Korruption und Wahlbetrug vorwerfen. Doch während Khan Neuwahlen fordert, verlangt Qadri die Einsetzung einer neutralen Expertenregierung. Doch Premierminister Sharif weigert sich nach wie vor beharrlich, von seinem Amt zurückzutreten. Nun hängt in der langjährigen Militärdiktatur wohl wieder alles von den Generälen ab. Noch immer hat das Militär einen großen Einfluss auf die Außen- und Sicherheitspolitik Pakistans.

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