„Konstantin Wecker, Wien 18.12.2009“ von Manfred Werner - Tsui - Creative Commons CC BY SA 3.0

Der gute Konstantin Wecker war immer sehr politisch. Ein Humanist wie aus dem Buche, ein Alt-68er mit viel zu viel Sympathie für die Sozialdemokratie. Doch in den letzten Monaten, erlebte ich einen anderen Konstantin Wecker. Er hat – wie auch so viele andere – verstanden, dass es etwas gibt was so viele Menschen vereint. Der Wunsch nach Frieden ist nicht links oder rechts, sondern einfach nur das Ansinnen der Mehrheit der Menschen auf dieser Welt. 

Von Andre Eric Keller

Wir wollen uns diesen Frieden von nichts und niemanden nehmen lassen. Keine Obama-Administration, kein Merkel-Regime und schon gar keine NATO-Knalltüte kann einen Krieg führen, wenn wir, die europäischen Völker das nicht wollen. Da braucht es aber eben Menschen die aus der Masse hervortreten und ihr „NEIN“ bekräftigen. Da darf es auch harsche Worte geben, denn die Kriegstreiber schrecken ebenfalls vor nichts zurück. Dass die „Journaillen“ der Mainstreamer sich vor Kriegsgeilheit nicht mehr zurückhalten können, davon berichteten wir oft genug. Aber endlich treten auch jene Menschen auf den Plan, die sich ob der Medienpropaganda gegen die Mahnwachen für den Frieden zuvor noch einlullen ließen. Mehr und mehr wird den Intellektuellen Europas bewusst wohin die Fahrt geht, wenn sie sich nicht auch mal kräftig zu Wort melden. Die Fahrt geht für die Wehrpflichtigen in Richtung Russland, wenn wir dies nicht rechtzeitig zu verhindern wissen.

Konstantin Wecker am 7.9.2014 zu seinen Facebookfreunden:

 

Liebe Freunde,
„Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen.“
Karl Kraus, der die Manipulation der Massen in den Kriegszeiten des ersten Weltkrieges durchschaute und wie kein anderer messerscharf analysierte, verachtete die meisten Journalisten.
Er verabscheute den „Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft.“
Ich hielt das lange für übertrieben, zumal ich hervorragende und unbestechliche JournalistInnen kenne und schätze.
Mittlerweile befallen mich Zweifel an meiner Loyalität.
Klar, es gibt sie noch, diese aufrechten Vertreter ihres Fachs. Aber wo dürfen sie noch schreiben?
Die Propagandamaschine läuft bereits und es ist erschreckend, wie ein Großteil der Zunft einem Plan zu folgen scheint,der trotz des Widerspruchs der meisten Leser die Wirklichkeit im Sinne einflussreicher Geldgeber gestaltet.
„Als einer der Pioniere der Medienkritik hatte Karl Kraus erkannt, dass die Medien die Wirklichkeit nicht abbilden, sondern erzeugen , dass Meinungen und Stimmungen nicht einfach entstehen, sondern gemacht werden“, schreiben Matthias Bröckers und Paul Schreyer in ihrem lesenswerten Buch:“Wir sind die Guten“ und sie zitieren noch einmal einen der wichtigsten Sätze von Karl Kraus:
„Ich habe erlebt, wie Krieg gemacht wird, wie Bomben, die nie geworfen wurden, nur dadurch, dass sie gemeldet wurden, zum Platzen kommen.“
Bomben, die nie geworfen wurden, können platzen wenn sie gemeldet werden – das sollte als Mahn-Schild auf jedem Schreibtisch in den Redaktionsräumen der Zeitungen und Fernsehstudios prangen!
Warum, glaubt ihr, hören wir nichts mehr von diesem Flugzeug, das laut BILD ja Putin persönlich vom Himmel geholt hat?
Ich habe keine Ahnung, wie ihr auch, ich kann keine Flugschreiber auswerten, bin kein Fachmann und war nicht vor Ort – aber immerhin kann ich eins und eins zusammenzählen. Wem nützte diese Tragödie am meisten? Und warum wird nun nicht mehr darüber berichtet? Und wenn es nun bewiesen wäre, dass es die pro-russischen Separatisten gewesen waren – was für eine Geschrei hätte das gegeben? Bestimmte Zeitungen würden in ihren Kästen auf der Straße zu kokeln beginnen vor lauter selbstgerechter Empörung.
Und ich möchte noch eine ganz persönliche Erfahrung hinzufügen: ich habe in den letzten fast sechs Jahrzehnten in denen ich mich bewusst mit Nachrichten und Zeitungen beschäftige, nicht annähernd eine derartige Propagandaschlacht erlebt.
Es erschreckt mich, wenn ich sehe, wie manche Leitmedien mit zum Teil sehr klugen Leserkommentaren überschüttet werden und sich penetrant weigern, ihre Leser ernst zu nehmen.
Was ist da passiert? Es ist sicher auch dem Internet zu verdanken, dass die Leser zu einem großen Teil gebildeter sind, als die Reporter. Aber in diesem Fall ist es einfach auch nur der gesunde Menschenverstand, der uns, wie es zumTeil aussieht, aberzogen werden soll.
Wie macht man ein friedliebendes Volk kriegslüstern? Durch Propaganda, durch Erfindungen, Lügen, durch die Erschaffung eines Feindes.
Man schimpft mich Putinversteher? Ja, gerne, das bin ich.
Aber wer so gern mit Schimpfworten um sich schlägt, sollte sich halt auch in der Semantik etwas auskennen.
Ein Versteher ist kein Liebhaber, kein Bewunderer, kein Fan, kein Verehrer. Es kann auch ein Volltrottel sein den man versteht.
Ein Versteher versucht zu VERSTEHEN! Nicht mehr, nicht weniger.
Wie kann so ein Wort ein Schimpfwort werden?
Und am Ende dieser kleinen Glosse soll Egon Bahr zu Wort kommen, einer der Architekten der Ostverträge Willy Brandts. Eines Mannes, den die SPD, wie es aussieht, völlig vergessen hat. Dabei kann ihm keiner der heutigen Mitläufer das Wasser reichen.
„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte.Es geht um Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“

Quelle:  facebook.com

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14 KOMMENTARE

  1. „Keine Obama-Administration, kein Merkel-Regime, und schon gar keine NATO-Knalltüte kann einen Krieg führen, wenn wir, die europäischen Völker das nicht wollen.“

    Es wäre schön, wenn es so wäre, doch leider ist dem nicht so, heutzutage können einige wenige durchaus einen Krieg anzetteln wenn sie es wollen. Wenn etwas geschieht, was genügend Aufregung erzeugt, wird die Legitimation zum „Gegenschlag“ auf dem Fuße folgen, und auch von den Meisten der Bevölkerung getragen. Leider.

    Man schaue sich doch nur die Legitimation durch 9/11 zum Irakkrieg an. Und dabei ist vollkommen egal, ob 9/11 nun selbst in Auftrag gegeben wurde, oder ob es ein Akt von Außerhalb war. Es gibt genügend unterdrückte Aggression in der ganzen Welt, wenn man diese fördert, bezahlt und belohnt, werden sich immer genug Menschen finden, die eine gewaltvolle Aktion durchführen, die so schrecklich ist, daß sie Legitimation zum Gegenschlag erteilen wird. Leider.

    Natürlich ist es wichtig im Frieden zu bleiben, aber es wird nichts nützen, um den Krieg abzuwenden. Das System muß wachsen, sonst zerfällt es, dies kann man entweder vollbringen, indem man die Schere zwischen Arm und Reich weiter vergrößert, und die Armen zu Gunsten der Reichen weiter ausbeutet, oder indem man übergriffig auf Andere Länder wird. Erste Variante dauert jedoch nur länger, führt aber zum selben Ziel, denn irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Ausbeutung so groß geworden ist, daß es beim kleinen Mann an die bloße Existenz geht. Und ein hungriger Mensch, ist ganz anders als ein satter, und dann stimmt man schon wieder ein, in den Gesang, der da heißt, du oder ich, auf in den Krieg.

    Gruß aus Bremen

    • @Argonautiker: Es geht um Hoffnung, es geht darum, daß wir aufstehen und NEIN schreien. Zu den Propagandasendern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, auch NEIN dazu, daß wir solche Kriegstreiber finanzieren müssen sollen.
      Nicht Resignation sondern Zusammenhalt und Mut unter demokratischen und gemäßigten Kräften kann das Übel noch abwenden, wenn wir die Hände in den Schoß legen und sagen „Leider“, passiert es ganz sicher.

      • Ich verstehe das Anliegen schon, allerdings glaube ich nicht, daß das Friedensbegehren, ohne die „richtige“ Haltung dahinter, auch dazu führt, den Frieden zu halten, sondern im Gegenteil, je mehr die Wahrheit an die Öffentlichkeit kommt, desto mehr haben Diejenigen, die sie zu verbergen haben, es auch nötig einen Krieg anzuzetteln. Das Prinzip derjenigen, welche die Wahrheit am meisten zu verbergen haben, lautet ja, sozialisiere das Negative und privatisiere das Positive. Und um das zu tun, werden die Anderen manipuliert, also belogen.

        Also bevor diese es zulassen, daß die Wahrheit auch für den Letzten ans Licht kommt, müssen sie aus ihren Augen zwischen denen, die das schandhafte Tun zu verstehen beginnen, Zwietracht und Krieg säen, damit sie sich Gegenseitig zerfleischen, denn wenn sie es nicht täten, würden ihre Eigenen Köpfe rollen. Da sie jedoch nie nach dem Wahrheitsprinzip gelebt haben, werden sie es auch jetzt nicht tun, sondern, versuchen das Schlechte wieder einmal zu sozialisieren, also Krieg unter die Völker bringen.

        Also gibt es durchaus eine Verbindung zwischen dem, was man derzeit so landläufig als das Aufdecken von Wahrheit bezeichnet, und dem entstehen von Krieg. Und „landläufig“, weil es ja eben noch nicht mal ein wirkliches Aufdecken der Wahrheit ist, was da derzeit passiert, sondern ebenfalls nur der Versuch ist, die Schuld am derzeitigen Desaster auf diejenigen zu projizieren, welche an der Spitze der „Schuldpyramide“ stehen. Letztendlich wollen Alle mal wieder einmal Schuld lediglich delegieren, anstatt wirklich zu klären.

        In Wirklichkeit ist es nämlich ein bißchen Anders, als wie es die sogenannten „Aufklärer“ gerne hätten, denn die, die jetzt an der Spitze der Schuldpyramide stehen, sind eben nur die Spitze, also die Meister dieses Prinzips, die jedoch seit Jahrhunderten, von uns allen, die wir nahezu Alle an das Prinzip, des Weiterleitens von Schuld, und das privatisieren von Glück, geglaubt haben, und es auch vollzogen haben, getragen wurden.

        Denn jeder, der Zinsen oder irgendeine Art von leistungsloser Vergütung in Anspruch nimmt, verdrängt die dahinterstehende Wahrheit, daß sich Güter nun mal nicht von selbst vermehren, sodaß diese Vermehrung, auf die man mittels Zins Anspruch erhebt, dann anderes Leben vollziehen muß, und er folglich damit jemanden ausbeutet, also positives aus der Allgemeinheit für sich zu privatisieren sucht. Beziehungsweise im umgekehrten Sinn, also wenn ihm negatives erfahren könnte, dies versucht im Sozialisieren von sich abzulenken und auf Andere zu übertragen. Und nichts anderes tun die Wenigen an der Spitze auch, nur besser.

        Es ist also Irrtum von denen, die da jetzt Frieden, Frieden, Frieden rufen, zu glauben, sie selbst seien unbeteiligt daran gewesen, denn auch sie haben diese Schuld erzeugt. Was derzeitig aufbricht, ist der Irrtum, man könne persönliches Leid in einem Sozialstaat sozialisieren. Also ist das, was die tun, die jetzt so laut brüllen, Frieden, Frieden, Frieden, nichts anderes, als wieder einmal ein Versuch, das Leid, was sie derzeit erfahren, auf die zu projizieren, welche an der Spitze dieses Systems stehen. Nur sind diese eben nicht die Alleinschuldigen, sondern „nur“ die, welche es am Besten verstanden haben, andere zu belügen und zu betrügen, und für ihr persönliches Wohlergehen zu manipulieren.

        Um den Frieden wirklich zu halten, genügt es definitiv nicht nur nach Frieden zu rufen, sondern es müßten ALLE auf jegliche Zinsansprüche, leistungsloses Einkommen, und die daraus entstehenden Dienstleistung, verzichten. Und es hängt viel am Zins. Heutzutage nahezu Alles. Denn es sind die Zinsen, die derzeit in den Krieg drängen.

        Man hat gemeinsam das persönliche Leiden, und damit das Innere Wachstum, im sozial Sein verdrängt, und nun ist Zahltag. Und wieder versucht jeder den Anderen dafür verantwortlich zu machen. Und die, die jetzt rufen Frieden, Frieden, Frieden, sind nichts anderes als die Kehrseite der selben Medaille. Denn in Wirklichkeit rufen sie ja nicht nur Frieden, Frieden, Frieden, sondern sie rufen zu den Oberen, ihr sein Schuld, ändert das. Und das ist falsch. Wir alle sind schuld daran, die da Oben vielleicht etwas mehr.

        Wer jetzt glaubt, mit ein bißchen rufen von Frieden, Frieden, Frieden, auch nur etwas zu verändern, ist nichts als ein selbstbeweihräuchernder Scharlatan, der mal wieder im Anderen, der das nicht tut, ein Schuldgefühl erzeugen möchte, um sich selbst damit ein bißchen höher zu stellen. Wohl bekomms.

        Gruß aus Bremen

        • P.S.
          Ich vergaß, weil man es sonst mißverstehen könnte einen Nachtrag. Es ist natürlich nichts falsches auf eine Friedensdemo zu gehen. Es ist nur falsch anzunehmen, das ein Friedensbegehren gleich zum Frieden halten führt. Es muß nämlich schon das behoben werden was in den Krieg treibt. Da muß gehandelt werden, und zwar jeder bei sich. Die Kleinen im Kleinen und die Großen im Großen. Wenn man das ändert, dann kann Frieden bleiben, und man bräuchte noch nicht mal einen Demonstranten. Wenn man das aber nicht ändert, dann nützen Millionen Demonstranten nichts, sondern es wird in den Krieg gehen, weil jeder auch beim Demonstrieren nur dem Anderen die Schuld zuweist, anstatt seinen Teil bei sich zu klären. Und da nützt auch keine Hoffnung, das muß man wirklich tun. Und wer tut es? Richtig, kaum einer, jeder besteht auf seine leistungslosen Tantiemen. Also, wo wird es dann trotz Demonstrationen hingehen, wenn außer demonstrieren nichts getan wird? Richtig, in den Krieg.

          schönen Gruß

  2. Man schimpft mich „Putinversteher“

    Lieber Herr Wecker,

    freuen Sie sich doch darüber, das ist ein Kompliment. Es bedeutet, daß sie trotz der derzeitigen massiven Medienpropaganda der beabsichtigten Gehirnwäsche noch nicht zum Opfer gefallen sind und Ihren klaren Verstand behalten haben.

    Sie sind ein geistiger Lichtblick in einer Sheeple-Gesellschaft (Sheep+People).

    Viele Grüße

  3. “Putinversteher” ist doch kein Schimpfwort, sondern eine Auszeichnung nicht zu den Schleimern und Speichelleckern unserer Herrschenden zu gehören, sondern eine eigene Meinung zu haben.

  4. Konstantin Wecker,
    ich gestehe, eigentlich war ich nie ein großer Fan von ihnen, weil sie für mich bei den Fragen – RECHTS oder LINKS für viel zu polarisierend wirkten, einer der mithalf die Menschen zu teilen um dann über sie herrschen zu können. Auch glaubte ich lange, dass sie viel zu konformistisch einen linken Zeitgeist hinterherlaufen und sie Begriffe wie Frieden lediglich für plakative Zwecke benutzen. Aber ich gestehe weiter, nach dem Lesen ihres Facebook Beitrages muss ich meine Meinung revidieren und in allen was sie geschrieben haben, ihnen zustimmen.

  5. Manchmal sitze ich vor meinem Computer und mir laufen die Tränen übers Gesicht. Wie hat sich unsere Welt in den letzten Jahren verändern !? Was pssiert mit uns ? Die große Mehrzahl der Menschen will doch nur in Frieden und Freiheit leben und arbeiten, egal wo auf der Welt. Aber einige wenige, vom Teufel Besessene meinen, die Welt an den Abgrund treiben zu müssen, und sie haben sich seelenlose Menschen gekauft, die uns willfährig belügen und betrügen (unsere Politiker und Medien). Wann machen wir Schluss damit ?! Wir wollen die doch nicht. Wir brauchen die nicht. Wir wollen unser Leben leben, in Freundschaft und Frieden. Mir ist so schlecht bei dem Gedanken, dass nach den vielen Kriegen der letzten hundert Jahre wieder einer droht, der vielleicht alles zerstört, was uns lieb ist. Scheisse, warum sind wir so machtlos !?

  6. Ein alter 68er, so haben wir damals auch gedacht aber die Grünen Faschisten haben alles  zunichte gemacht, diese Kinderschänder Drogenköpfe Kriegstreiber und Gauner haben mit den Gedanken von 1968 nichts mehr zu tun. Sie haben uns damals mißbraucht um an die Macht zu kommen und genau das Gegenteil gemacht was sie versprochen haben.

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