Präsident Putin beim Treffen in Minsk. Bild: Kreml

Die "Süddeutsche" plappert Poroschenkos Aussagen nach und die deutschsprachige Medienwelt folgt lemminghaft. "Wenn ich wollte, könnten russische Truppen in zwei Tagen nicht nur in Kiew, sondern auch in Riga, Vilnius, Tallinn, Warschau oder Bukarest sein", dies soll Wladimir Putin bei einem Treffen unter vier Augen zu Petro Poroschenko gesagt haben. Wird hier wieder einmal der Sinn der Worte völlig entstellt?

Von Marco Maier

Normalerweise hört man sich bei umstrittenen Aussagen die hinter verschlossenen Türen getätigt wurden erst beide Seiten an. Doch wenn es um Russlands Präsidenten Wladimir Putin geht, spielt dieser Grundsatz keine Rolle. Wenn der Liebling der deutschsprachigen Medien, Petro Poroschenko, etwas sagt, dann wird dies vorbehaltlos übernommen, auch wenn man weiß, dass dieser schon oft genug später widerlegte Propagandaphrasen von sich gab.

So behauptet die SZ unter Berufung auf ein EU-Papier, welches eine Gesprächszusammenfassung des Dialogs beider Präsidenten enthält, dass Wladimir Putin mit den Worten "Wenn ich wollte, könnten russische Truppen in zwei Tagen nicht nur in Kiew, sondern auch in Riga, Vilnius, Tallinn, Warschau oder Bukarest sein" den osteuropäischen Staaten gedroht haben soll. Doch dass dahinter – sofern er diese Worte tatsächlich verwendete – eigentlich ein Hinweis darauf steckt, dass Russland ja gar kein Interesse an einer militärischen Konfrontation mit den osteuropäischen Ländern hat, interessiert die Redaktionen nicht.

Jeder der sich in den letzten Jahren auch nur ein wenig mit dem russischen Präsidenten auseinandergesetzt hat weiß, dass dieser gerne mit seinen Worten spielt. Neben klaren Ansagen finden sich immer wieder mit einem Augenzwinkern versehene Seitenhiebe. Und auch dieser Satz, an dem sich die deutsche Medienwelt stößt, zeigt auf dass sich Putin der relativen militärischen Stärke Russlands gegenüber seinen westlichen Nachbarn durchaus bewusst ist, jedoch nicht auch nur einen Gedanken daran verschwendet, diese auch einzusetzen.

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Im Grunde genommen könnte auch NATO-Führer Rasmussen sagen: "Wenn wir wollten, könnten NATO-Truppen in zwei Wochen nicht nur in Moskau, sondern auch in Wladiwostok und Jekaterinburg sein." Solche Sätze sollen lediglich die militärische Stärke betonen, nicht jedoch irgendwelche konkreten Angriffspläne darstellen. Doch in der allgemeinen politischen Hysterie darf man von der europäischen Presse wohl kein rationales Verhalten erwarten. Das ist offenbar zu viel verlangt.

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11 KOMMENTARE

  1. Was will man von einem Rechten Betrüger u. Lügner auch verlangen dieser Mann in Kiew ist durch Lug u. Drug an die Macht gekommen weil er USA willig u. hörig ist.
    Aber warten wir noch ein weilchen dann wird er auch abgesägt werden die rechten Batalione haben es schon angekündigt.
    Unsere Steuergelder sind durch die EU u. durch den Hosenanzug sehr sehr schlecht angelegt denn davon werden wir wie auch in Griechenland nichts aber auch gar nichts mehr wiedersehen.

  2. Was der Poroschenko von sich gibt weiß man ja nun zur Genüge. Bisher musste er meistens zurück rudern. Bei den ach so objektiven Massenmedien ist es genau das Gleiche!

  3. Jeder, der einigermassen klar denken kann und nicht dauernd bekifft ist, weis auch, wieviel Wahrheit in diesem (wenn er denn gesagt wurde) Satz steckt. Und für jeden dürfte auch klar sein, dass irgendwann die Schmerzgrenze für die RF erreicht ist. Eine Warnung an alle im Westen, es nicht zu arg zu treiben. Auch das wird mit diesem Satz ausgedrückt.
    Etwas, was alle „West-Beteiligten“, aber gerade auch die in vorderster Reihe geifernden Polen und Balten als Frontstaaten bedenken sollten. Polen wurde schon einmal für diese Rolle als Fersenbeißer von den Angloamerikanern verkauft (Konferenz in Jalta).
    Das russische Militär wird weder die Rollen dieser Staaten bei der Sprengung des Warschauer Paktes noch die Schmähungen seit 1990 vergessen. Dessen bin ich sicher.

    • Preusse aufgrund von Zwangsneurosen bin ich dauernd bekifft und das schon seit 13 Jahren. Davon abgesehn ist mir diese politische Lage durchaus bewusst. Der Anfang deiner Aussage ist sehr beleidigend! Lösch den Müll aus dem Netz und Schäm dich dafür !!! Stupide Pauschalisierungen brauch die Welt nicht !!! Mit dem restlichen Teil deiner Aussage hast du allerdings recht.

  4. Geographie kennt man in der Ukraine nicht. Wo sollen die Truppen herkommen, um Warschau (nur aus Königsbergergebiet) und Bukarest (nur aus Transnistrien möglich, da sind einigen Hundert Mann russ. Friedenstruppe).

    Bei Barroso waren es noch 2 Wochen bis Kiew, beim Poro sind es 2 Tage für Kiew und 5 weitere Staaten + NATO.

  5. Die kriegslüsternen und US-kommandierten Mainstreammedien tun aber auch alles, dass selbst der letzte Leser, User oder Zuschauer wegläuft. Hauptsache, stumpfsinnig Präsident Putin irgendwelche, natürlich nicht beweisbaren Aggressionsabsichten zu unterstellen. Und immer daran denken, liebe besch…MSM: von den USA lernen heißt untergehen lernen!

  6. Diese Nonsense Nachricht war heute auch im Telegraph zu lesen. M.E. dient dieses Schüren der Hysterie und Angst wieder einmal nur denjenigen, die diese Aussagen verbreiten, wohlgemerkt ohne jeden Nachweis, dass eine solche Aussage jemals stattfand. 

    Die Süddeutsche mit ihrem Transatlanten Kornelius und Konsorten, dem Schokoladen Präsidenten, der Waffen um jeden Preis will, am besten für lau und den Großkonzernen und Banken der USA, die ganz offenbar den 3. Weltkrieg ganz dringend brauchen. 

    Die Gewinne daraus scheinen wohl schon verplant zu sein. 

     

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