Peschmerga-Milizionär. Bild: Flickr / Enno Lenze CC BY 2.0

Die Versorgung der Krisenregion mit noch mehr Waffen ist in vollem Gange. Auch wenn damit potentielle neue Krisenherde geschaffen werden, liefert die Bundesrepublik fröhlich neues Kriegsgerät in das umkämpfte Gebiet. Das Motto lautet wohl: Frieden schaffen mit massig Waffen.

Von Marco Maier

Nachdem schon seit einigen Tagen Ausbilder der Bundeswehr im Kurdengebiet verweilen, ist heute die erste Lieferung an Kriegsgerät aus Deutschland in der Provinzhauptstadt Erbil eingetroffen. Neben Sturmgewehren und Munition erhalten die kurdischen Peschmerga auch Panzerfäuste für den Kampf gegen die IS-Milizen. Insgesamt sollen 10.000 kurdische Kämpfer mit deutschen Waffen ausgerüstet werden.

Die deutsche Kriegsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte Erbil wenige Stunden vor der Landung von Waffen und Ausbildern wieder verlassen. Sie sagte den Kurden bei ihrem Überraschungsbesuch langfristige Solidarität für ihren Kampf gegen die Terrormiliz des Islamischen Staates zu. Zugleich versprach sie weitere Unterstützung für die Hunderttausenden Flüchtlinge im Nordirak. „Ich möchte Ihnen versichern, dass wir fest an Ihrer Seite stehen bei dieser Aufgabe.“

Massud Barzani, Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Irak forderte nach einem Treffen mit der deutschen Kriegsministerin noch mehr und modernere Waffen von der internationalen Gemeinschaft. Barzani sagte, dass „die Qualität der Waffen und die Anzahl der Waffen“ noch besser sein könne. Er fügte hinzu: „Es ist nicht nur unser Krieg. Wir kämpfen im Namen aller in der Welt gegen die Terroristen.“ Stellt sich nur die Frage, wer als Nächstes zu Terroristen erklärt wird, wenn die Kurden mit Hilfe der westlichen Waffenlieferungen vielleicht doch noch den Kampf für einen souveränen Kurdenstaat aufnehmen werden.

Die erste deutsche Waffenlieferung für die Kurden war am Donnerstag mit deutlicher Verspätung gestartet. Wegen einer technischen Panne startete ein niederländisches Transportflugzeug mit 27 Tonnen Waffen und Munition zwölf Stunden später als geplant vom Flughafen Leipzig. Die Maschine hatte 50 Panzerfäuste mit Munition, 520 Sturmgewehre und 20 Maschinengewehre an Bord. Nach einem Zwischenstopp auf der britischen Basis Akrotiri auf Zypern ging es am Donnerstagabend weiter nach Erbil.

Kurz zuvor waren auch die dafür zuständigen Ausbilder der Bundeswehr nach einer Serie von Verzögerungen in Erbil gelandet. Die sechs Fallschirmjäger und ein Sanitäter, die kurdische Kämpfer im Umgang mit den deutschen Waffensystemen schulen sollen, hatten wegen einer defekten Transall in Bulgarien auf eine Ersatzmaschine warten müssen.

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