Symbolbild. Flickr / Marlene Rybka CC BY-ND 2.0

Die griechische Rentenkasse steht kurz vor dem Kollaps. Auch die rigorosen Sparmaßnahmen der Regierung konnten dies nicht verhindern. Eine Untersuchung zeigt, dass das griechische Sozialversicherungssystem schon 2015 zusätzliche Finanzspritzen braucht. Gemäß dem ursprünglichen Plan sollte die Finanzierung bis 2025 gesichert sein.

Von Marco Maier

Die Zusammenlegung der Rentenkassen, eine Anhebung des Rentenantrittsalters auf 67 Jahre und die Kürzung der Renten um ein Drittel reichten nicht aus, um die Finanzierung der Renten für die kommenden Jahre zu sichern. Und dies, obwohl die griechische Regierung die Rentenkasse allein bis 2020 mit rund 10 Milliarden Euro bezuschussen muss. 2016 sind es 950 Millionen, 2017 schon 1,9 Milliarden Euro, die aus den Steuereinnahmen in die Rentenkasse umgeleitet werden müssen.

Hauptgrund für die desaströse Entwicklung ist neben der katastrophalen wirtschaftlichen Situation, die von einer hohen Arbeitslosigkeit und sinkenden Einkommen geprägt wird, auch die demographische Struktur. Der Altenquotient, der das Verhältnis älterer, nicht mehr erwerbstätiger Menschen zur Anzahl der erwerbsfähigen Einwohner wiedergibt, liegt in Griechenland mit 29,9 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt von 24,2 Prozent.

Besser wird das Verhältnis nicht. Schon jetzt liegt die Geburtenrate in Griechenland um 15 Prozent unter dem Vorkrisenniveau – Tendenz weiter sinkend. Daraus ergeben sich jedoch weitere Belastungen für die Zukunft. Nach Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird Griechenland im Jahr 2055 bereits 24,3 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Renten aufwenden müssen. Zum Vergleich: in Dänemark liegt dieser Wert bei 9,3 Prozent, in Deutschland bei 12,5 Prozent. Wie das finanziert werden soll, weiß jedoch niemand.

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