Finanzindustrie: Der nächste Crash kommt bestimmt

An billigem Geld mangelt es Dank der Niedrigzinspolitik der Notenbanken nicht. Die Finanzindustrie schwimmt im Geld, doch in die Realwirtschaft fließt es nicht. Dies ist ein perfektes Szenario für den nächsten Megacrash.

Von Marco Maier

Billionen von Dollars und Euros überfluten die Finanzmärkte, ohne dass diesen Unsummen irgendwelche realen wirtschaftlichen Werte gegenüberstehen würden. Nutznießer dieser Geldschwemme ist jedoch ausschließlich die Finanzindustrie. Zwar wären damit günstige Kredite für Unternehmen möglich, doch die Vorschriften von „Basel III“ sorgen dafür, dass die Banken kaum in der Lage sind, diese mit dem vielen Geld zu versorgen.

Hier verfolgt beispielsweise die EZB ein seltsames Spiel: Angeblich sollen die jüngsten Schritte der Euro-Notenbank dazu führen, dass die Banken mehr Geld in die Wirtschaft pumpen – doch diese können aufgrund der von der selben EZB vorgegebenen strengeren Kreditvergaberichtlinien nicht so viele Unternehmen versorgen wie früher. Jene Unternehmen welche die Vorgaben erfüllen, brauchen angesichts der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage oftmals kaum neue Kredite für Investitionen; jene Unternehmen die jedoch Kredite brauchen würden, erhalten gerade deswegen keine.

Dazu kommt noch die geradezu zynische Geldpolitik: Weil die Finanzindustrie im billigen Geld schwimmt und dieses nicht in die Realwirtschaft fließt, decken sie sich mit den Anleihen der ohnehin überschuldeten Länder ein. Das Risiko der Staatsanleihen liegt – Dank Draghi & Co – ja ohnehin bei der EZB. So kassiert die Finanzindustrie fleißig ab, während die Steuerzahler (inklusive der Realwirtschaft) die Rechnung dafür bezahlen. Dabei haben die Banken, die im Zuge ihrer Spekulationen zuerst ihre ganze Eigenkapitalbasis vernichteten, während der letzten Jahre ohnehin schon rund 5 Billionen Euro von den europäischen Steuerzahlern erhalten.

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Erst schießen die Staaten den Banken Billionen an Euros zu damit diese nicht kollabieren, und dann füttern sie diese auch noch mit saftigen Zinsen für die Löcher in den Staatshaushalten, die wiederum mit Krediten und Anleihen gestopft werden müssen. Im Staatsanleihencasino gilt eben auch die Losung: die Banken gewinnen immer. Zumindest so lange, bis das ganze System wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Vielleicht haben Matthias Weik und Marc Friedrich mit ihrem Buch „Der Crash ist die Lösung“ ja durchaus recht: „Es stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob der Crash kommen wird – sondern lediglich wann. Denn alle Maßnahmen zur Banken-, Länder- und Eurorettung laufen auf volkswirtschaftliche Schadensmaximierung und den Staatsbankrott Deutschlands hinaus.“

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