Treffen des US National Security Council im Weißen Haus. Official White House Photo by Pete Souza

Auch wenn dies der Militärisch-Industrielle-Komplex nicht wahrhaben will: wirkliche Kriege können sich die USA einfach nicht mehr leisten. Während das Land innerlich zerfällt, zehrt die militärische Überdehnung immer weiter an den Staatsfinanzen. Der Supermacht-Status des Landes wird sich über kurz oder lang in Luft auflösen.

Von Marco Maier

Der libertäre ehemalige Kongressabgeordnete Ron Paul (Rep) brachte die aktuellen Entwicklungen in Sachen „Krieg gegen den Terror“ in einem Satz auf den Punkt indem er sagte, dass dieser Einsatz den USA „nur Schaden zufügt und in einem bankrotten Staat enden wird .“ Angesichts der unermesslichen Staatsschulden von derzeit über 18,5 Billionen US-Dollar und einem geplanten Haushaltsdefizit von 514 Milliarden US-Dollar stellt sich tatsächlich die Frage, wie die USA den Kampfeinsatz gegen die (selbst aufgebaute) islamistische Organisation überhaupt finanzieren wollen.

Sicher, mit der neuen „Anti-Terror-Koalition“ aus rund 30 Staaten wird die finanzielle Last aus dem geplanten Bombenkrieg und gezielter Luftschläge ein wenig aufgeteilt – dennoch wird dieser Einsatz unzählige Milliarden Dollar kosten. Doch woher will Washington das Geld nehmen? Sicher, es gibt genügend wagemutige Anleger die den Amerikanern ihr Geld in den Rachen werfen – aber wie lange wird dies noch funktionieren? Spätestens bei der nächsten Zinserhöhung wird dies teuer. Zehnjährige Anleihen werfen derzeit in etwa 2,5 Prozent ab, im Schnitt zahlen die USA gar jährlich um die 3,3 Prozent für die Schuldscheine. Doch das Ganze funktioniert nur so lange, wie die Fed auch neue Dollars ins System pumpt.

Mit der Dollarschwemme kommt jedoch auch das Risiko der massiven Abwertung. Zwar zeigt sich der US-Dollar momentan noch recht stark, was angesichts der Finanzmarktspielereien allerdings kein Wunder ist. Dollarnotierungen in diesem Bereich sorgen schon für eine künstlich gehypte Nachfrage. Diese kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ sehr Vieles im Argen liegt. Die Verarmung der Massen und die sich immer weiter spreizende Vermögensverteilung sorgen dafür, dass die öffentlichen Haushalte absolut keinen finanziellen Spielraum mehr haben.

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Jede Ausweitung der Ausgaben – die sich mit der Kriegsführung rund um den Globus nicht vermeiden lässt – sorgt für weitere laufende Belastungen des ohnehin schon völlig maroden Staatshaushalts. Offiziell mag das Defizit zwar bei „nur“ 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA liegen, doch realistisch betrachtet liegt der Wert deutlich darüber. Immerhin sorgt die hedonische Berechnung der Wirtschaftsleistung dafür, dass das BIP um rund 30 Prozent künstlich aufgebläht wurde. Dabei rechnet man in Washington ohnehin schon damit, dass die jährliche Neuverschuldung in den nächsten Jahren auch ohne zusätzliche Kriege wieder deutlich ansteigen wird.

Noch mögen die USA als Supermacht gelten, doch das „amerikanische Jahrhundert“ neigt sich offenkundig dem Ende zu. Der auf Pump finanzierte Militärapparat mit den global verteilten Basen kostet so viel, dass selbst die elementarsten Investitionen in die US-Infrastruktur nicht mehr finanzierbar sind. Straßen die zu Schotterpisten werden, Brücken die in sich zusammen brechen und gewaltige Staudämme die nur notdürftig saniert werden sind erst der Anfang. Kollabierende Pensionskassen und ein – trotz der nur rudimentären Grundversorgung – kaum mehr finanzierbares Gesundheits- und Sozialsystem kommen noch hinzu. Die nun anfallenden Kosten für den Krieg gegen den „Islamischen Staat“ werden nur dafür sorgen, dass das US-Imperium noch schneller implodiert. Damit hat Ron Paul absolut recht.

 

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