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Es gibt viele gute Gründe für ein Inzest-Verbot. Ein gewichtiger Grund ist das Kindswohl, zumal die Kinder aus solchen Beziehungen aufgrund der engen genetischen Nähe sehr oft unter genetisch bedingten Behinderungen und Krankheiten leiden. Nun soll das Gesetz, welches sexuelle Beziehungen zwischen Geschwistern verbietet, auf Wunsch des Ethikrates aufgehoben werden.

Von Marco Maier

Die sexuelle Beziehung zwischen Patrick S. und Susan K. aus Sachsen sorgte in Deutschland für einigen Wirbel. Sie sind leibliche Geschwister und haben vier gemeinsame Kinder. Zwei davon sind behindert. Dafür musste Patrick S. insgesamt mehr als drei Jahre in Haft verbringen. Das deutsche Recht verbietet nämlich derartige Beziehungen. Zurecht. Schon bei Beziehungen zwischen Cousins gibt es nämlich massive Häufungen von Missbildungen und genetisch bedingten Krankheiten, wie diverse Studien erwiesen haben.

Besonders auffallend ist dies in den Einwanderergesellschaften, die traditionellerweise die Hochzeiten untereinander arrangieren. Zum Beispiel bei Familien mit orientalischem Migrationshintergrund, bei denen nicht nur die Ehe zwischen Cousins immer wieder vorkommt, sondern durch das Leben außerhalb ihrer eigentlichen Heimat auch noch einen deutlich geringeren "Pool" an potentiellen Heiratskandidaten für ihre Kinder haben. So kommt es vor, dass teilweise eine ganze Sippschaft entsteht, die über wenige Ecken komplett miteinander verwandt und verschwägert ist. Dadurch verstärken sich die Gendefekte nocheinmal weiter.

Während nun also sexuelle Beziehungen zwischen Cousins in Deutschland erlaubt – jedoch aus den obigen Gründen verpönt – sind, soll nun der direkte Inzest erlaubt werden. Der Deutsche Ethikrat als wichtiges Beratungsgremium von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung, stellt sich nun jedoch demonstrativ auf die Seite von geschwisterlichen Paaren. "Das strafrechtliche Verbot bedeutet einen tiefen Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung", heißt es in einer Stellungnahme, die den Angaben des Ethikrats zufolge durch eine Mehrheitsentscheidung von 14 zu neun Stimmen zustande gekommen ist. Denn die erhöhte Wahrscheinlichkeit von "risikobehafteten Kindern" aus solchen Beziehungen würde nicht ausreichen um ein Verbot zu rechtfertigen.

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Im Grunde genommen geht es bei dem heiklen Thema Inzest um die Abwägung zwischen der sexuellen Selbstbestimmung der Menschen und der wichtigen Frage des Kindeswohls. Das Bundesverfassungsgericht und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wiesen in ihren Urteilen 2008 beziehungsweise 2012 die Klagen des sächsischen Paares zurück, vor allem auch mit Blick auf die Gefährdung der Kinder in einer solchen Beziehung. Angeführt wurde, dass Kinder von Geschwisterpaaren besonders häufig an genetisch bedingten Erkrankungen leiden und zugleich auch unter Diskriminierung. Ethisch, so meinen Verbotsverfechter, sei das Inkaufnehmen dieser Risiken nicht zu akzeptieren.

Dabei diskutierte der Deutsche Ethikrat – wie aus dem Papier hervorgeht – den Schutz der Familie durchaus kontrovers. Letztlich erscheint den Beratern nur eine solche Inzestbeziehung als "problemlos", welche nicht in einer zusammenlebenden Familie entsteht. Dies trifft auf die beiden sächsischen Geschwister Patrick S. und Susan K. zu, denn die beiden wuchsen getrennt auf und lernten sich erst kennen und schließlich lieben, als er bereits volljährig und seine Schwester 16 Jahre alt war. Hierbei, so notiert der Ethikrat, sei "der Wunsch, eine beiderseitige Liebe auch als Beziehung verwirklichen zu dürfen", vorrangig, weil er schließlich niemanden schädige. Bis auf die Kinder eben, aber was zählen die schon?

Eindeutiger fällt dagegen die Haltung des Gremiums zu den sogenannten "Gen-Argumenten" aus. Das Beischlaf-Verbot zum Schutz von möglicherweise gezeugten Kindern sei "nicht logisch", weil Inzestpaare sich auch bei Verhütung strafbar machen würden. Aber auch wenn Kinder gezeugt würden, "lässt sich aus diesem Umstand kein triftiges Argument gegen einvernehmliche Inzesthandlungen ableiten", so der Deutsche Ethikrat. Demnach ist es den Polit-Beratern offenbar völlig egal, wenn es nach der Aufhebung des Verbots noch mehr Kinder geben wird, die aufgrund der Entscheidung ihrer Eltern quasi bewusst mit gewaltigen Handicaps in die Welt gesetzt werden. Kinder, die Zeit ihres Lebens stets von anderen Menschen abhängig sein werden und niemals ein eigenes, selbstbestimmtes Leben führen werden können.

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3 KOMMENTARE

  1. dann soll auch der jenige, der das erlaubt, für das kindergeld aufkommen. ich sehe es nicht ein meine steuern zu verschwenden an menschen, bei denen es schon fast klar ist, dass da ein behindertes kind raus kommt….wisst ihr wieviel kohle diese leute noch für ihr kind bekommen….2-3 behinderte kinder und man brauch nicht mehr arbeiten zu gehen…was man meist eh nicht kann….sehe ich nicht ein….die sollen sich einen partner außerhalb der familie suchen und gesunde kinder bekommen, damit sie auch arbeiten gehen und die wirtschaft unterstützen anstatt nur die hand aufzuhalten. wer jetzt kommt, "wo liebe hinfällt" , ja und, dann müssen sie mal ihren liebeskummer überwinden und nach anderen ausschau halten. es gibt nicht nur EINEN menschen auf der welt, den man lieben kann. vllt. ist der nachbar auch attraktiv

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