Makakenmutter mit Kind. Bild: Flickr / James Burrell CC-BY-ND 2.0

Zum ersten Mal ist es Forschern am US-Institut für Allergien und ansteckende Krankheiten (NIAID) gelungen, einen dauerhaften Impfschutz gegen Ebola aufzubauen. Falls das an Affen getestete Mittel für Menschen zugelassen wird, könnte es Zehntausende vor dem gefährlichen Virus schützen.

Von Marco Maier

Die US-amerikanischen Forscher rund um Daphne Stanley und Anna Honko präsentierten im Fachmagazin „Nature Medicine“ einen Bericht, wonach eine Immunisierung gegen das gefürchtete Ebola-Virus in greifbare Nähe gerückt ist. So unethisch Tierversuche auch sind, konnten die Testreihen an Affen beweisen, dass ein dauerhafter Schutz möglich ist. Beim Wirkstoff des Serums handelt es sich um das Virus ChAd3. Dieser Erkältungserreger aus der Gruppe der Adenoviren kann Schimpansen befallen. Durch eine genetische Modifikation waren die Viren in dem Impfstoff nicht mehr ansteckend, stellten aber Teile der zwei gefährlichsten Ebola-Erreger her – jene des aktuell grassierende Zaire-Virustyps sowie jene des Sudan-Stamms.

Ziel der US-Forscher war es, das Immunsystem der Affen durch das Serum zur Produktion von Antikörpern gegen Ebola anzuregen. Um die Wirksamkeit des Impfstoffs zu prüfen, injizierten ihn die Wissenschaftler einer bestimmten Art von Makaken. Danach verabreichten die Virologen den Versuchstieren eine Menge von Ebolaviren, welche normalerweise zu einer tödlichen Infektion mit dieser Krankheit führen würde.  Die Affen, die mit dem neuen Serum geimpft worden waren, bauten nach dem Bericht im „Nature Medicine“ einen sehr zuverlässigen Immunschutz auf. Schon eine Dosis des Impfstoffes verhinderte für fünf Wochen eine Ebola-Infektion. Erhielten die Affen eine Auffrischimpfung, hielt der Ebola-Impfschutz sogar mindestens zehn Monate an. Auch erste Tests des neuen Impfstoffs an Menschen sind bereits angelaufen.

Bislang starben während der jüngsten Ebola-Epidemie nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bereits mehr als 2.100 Menschen an dem gefährlichen Virus. Weit über 4.000 Menschen wurden mit dem Erreger infiziert, darunter auch viele Helfer. Angesichts der raschen Verbreitung der Seuche erwarten Experten eine Erkrankung von zehntausenden Menschen. Nun jedoch gibt es erstmals einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die Epidemie vielleicht bald schon eingedämmt werden kann.

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