Immer mehr Kurden fliehen aus dem Norden Syriens in die benachbarte Türkei. Insgesamt 130.000 Menschen sollen es Schätzungen zufolge sein, die in der Flucht vor den Milizen der extremistischen Organisation "Islamischer Staat" (IS) ihr Heil suchten. Nun ruft auch die kommunistische Kurdische Arbeiterpartei PKK zum Kampf gegen die Jihadisten auf.

Von Marco Maier

Weil die IS-Milizen immer weiter nach Nordsyrien vordringen, flüchtet die dort lebende – vor allem kurdische – Bevölkerung in die benachbarte Türkei. Dort versprechen sie sich Schutz vor dem Terror, den die von CIA und Mossad gegründete islamistische Organisation überall dort verbreitet, wo sie angesichts fehlender Gegenwehr Fuß fassen kann. In deren "Kalifat" herrscht nämlich nur eine verquere Auslegung des Koran, die offenbar jegliche Form von Gewalt gegen "Ungläubige" rechtfertigt. Doch wer "ungläubig" ist, bestimmen sie. Kurdische Widerständler die von den Jihadisten gefangen genommen wurden sollen sogar öffentlich enthauptet worden sein, um damit jegliche Gegenwehr in den besetzten Gebieten zu minimieren.

Die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK erklärte, dass es "im Widerstand keine Grenzen mehr" geben würde und die "Mobilisierung" gegen die IS-Milizen notwendig sei. Damit reagiert sie auf die Eroberung von bis zu 130 kurdischen Dörfern im Norden Syriens, in denen die Verteidiger gegen die hochgerüstete Jihadistentruppe keine Chance hatte. Inzwischen sollen schon mehr als tausend Kurden aus der Türkei in Syrien gegen die IS-Milizen kämpfen, wie die aus der syrischen PKK hervorgegangene PYD erklärte.

Das Ziel der Verunsicherung der Menschen in Europa und Nordamerika wurde inzwischen erreicht. Hochrangige IS-Führer riefen angesichts der breiten Anti-Terror-Koalition dazu auf, die Bürger all jener Staaten zu töten, die sich diesem Bündnis angeschlossen haben. Nun können die Geheimdienste und die Regierungen an umfangreicheren Überwachungsmaßnahmen arbeiten und die Menschenrechte weiter aushebeln. Wie schon nach dem 11. September 2001 wird wieder der Grundsatz gelten, dass "Sicherheit vor Freiheit" geht.

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