Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Bild: Flickr / MCTI Brasil CC-BY-SA 2.0

Während US-Präsident Barack Obama auf der UN-Vollversammlung die Welt zum Kampf gegen den Terrorismus aufruft, den erst die westlichen Geheimdienste mit erschufen, sprechen sich vor allem Brasilien und Ecuador gegen die Militäroperation der "Anti-Terror-Koalition" aus.

Von Marco Maier

US-Präsident Obama ging während seiner Rede auf die Bedrohung durch die extremistische Miliz "Islamischer Staat" (IS) ein und gab bekannt, dass bereits 40 Länder ihre Unterstützung im Kampf gegen den IS angeboten haben. Vor zwei Tagen begann Washington ohne Abstimmung mit Damaskus Luftangriffe gegen die Extremisten in Syrien zu fliegen. An dem Einsatz waren mindestens vier arabische Staaten beteiligt. Laut der “New York Times” konzentrieren sich die alliierten Luftangriffe auf IS-Stellungen in der nordsyrischen Provinz Rakka, wo die radikalsunnitischen Extremisten eine ihrer Hochburgen haben. Dabei wurde den IS-Milizen jedoch kaum Schaden zugefügt.

Bei ihrer Ansprache vor der 69. Generalversammlung der Vereinten Nationen am Mittwoch sagte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, dass keine dieser Interventionen zum Frieden geführt habe. Ganz im Gegenteil hätten sie eine Eskalation der Konflikte mit schwerwiegenden humanitären Folgen hervorgerufen. Eine "tragische Zunahme der Zahl ziviler Opfer" sei zu beklagen. Die Welt könne nicht zulassen, "dass diese barbarischen Ausdrücke der Anarchie zunehmen und unsere moralisch-ethischen und zivilen Werte untergraben", fügte Rousseff hinzu. "Die unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt kann nicht die tief liegenden Ursachen von Konflikten lösen“, so die brasilianische Präsidentin. Dies zeigten "sehr klar die seit so langer Zeit ungelöste Palästina-Frage, die systematischen Massaker am syrischen Volk, die tragische nationale Zersplitterung des Irak und die ernste Unsicherheit in Libyen sowie die Zusammenstöße in der Ukraine."

Das südamerikanische Land Ecuador hat am Mittwoch “die Bombenanschläge der Vereinigten Staaten und ihrer arabischen Verbündeten gegen die Dschihad-Gruppe Islamischer Staat in Syrien abgelehnt” und als “eine Verletzung der syrischen Souveränität” betrachtet. Diese militärische Aktion sei nicht von der Generalversammlung der Vereinten Nationen oder vom Sicherheitsrat genehmigt worden. Deshalb handele es sich laut einer Mitteilung des ecuadorianischen Außenministeriums “um eine Verletzung der Souveränität des syrischen Staates und eine Bedrohung der territorialen Integrität”.

Was die USA mit dem "Krieg gegen den Terror" wirklich bezwecken, lesen Sie hier.

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