Verkauft und verraten? EZB mauschelt mit BlackRock

Der EZB-Chef Draghi ist ein "Goldman" und dieser holt nun den weltweit größten Vermögensverwalter BlackRock zur Unterstützung an Bord. Dieser soll ein Kreditaufkauf-Programm designen und umsetzen. Brisant: Der US-Konzern soll für die EZB massenhaft Kreditpakete schnüren die jenen ähneln, welche zur Finanzkrise 2008 führten.

Von Marco Maier

Große Freude löste Mario Draghis Entscheidung, den US-Vermögensverwalter BlackRock zu engagieren, in kaum einem Land aus. BlackRock Solutions, ein Tochterunternehmen des Finanzgiganten der immerhin 4,4 Billionen Dollar verwaltet, soll demnach den Aufkauf von Asset Backed Securities (ABS) planen, die 2008 im Zentrum der Finanzkrise standen. Bei den ABS werden Pakete mit Krediten geschnürt. Anstatt auf die Rückzahlung dieser zu warten, verkaufen Banken sie weiter – und verdienen sich daran nicht selten eine goldene Nase.

Mit einem möglichen Aufkauf von diesen ABS will die EZB die Zinsen auf Kredite verringern und damit nach eigenem Bekunden die Wirtschaft ankurbeln. Durch die Verbriefung von Darlehen mittels der ABS können Banken Kreditrisiken an Investoren weitergeben und ihre Bilanzen auf diese Weise entlasten. Dadurch haben sie theoretisch mehr Mittel für weitere Darlehen. EZB-Präsident Draghi sagte im Juni, er wolle die Prüfung von ABS-Käufen ”intensivieren“. Die EZB greift immer wieder auf private Berater zurück. Man mache das, wenn Personalnotstand herrsche oder spezielle Kenntnisse notwendig seien, heißt es von einem Sprecher.

Man könnte sagen, dass die EZB mit der Beauftragung BlackRocks nun den Bock endgültig zum Gärtner macht. Blühende Wirtschaftslandschaften dürften damit in Europa nicht erwartet werden, zumal die kurzfristige Gewinnmaximierung für den weltgrößten Vermögensverwalter wohl an erster Stelle stehen dürfte. Welchen Herren dienen Draghi und seine EZB-Kollegen eigentlich? Den Menschen in Europa wohl kaum.

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2 Kommentare

  1. Da weiss man, was man hat: Korruption, Geldschiebereien, Falschspiel, Wahrungsuntergang. Von Wirtschaft versteht ein Banker im Generellen nichts, er hat nur seine Renditen im Auge.

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