Ukraine: Europas Rechtsextremisten rekrutieren für das „Bataillon Asow“

Die ukrainische Regierung erhält militärische Unterstützung aus dem Westen. Dabei handelt es sich in diesem Fall jedoch nicht um Waffen und Kriegsmaterial von den verbündeten Regierungen, sondern um Freiwillige aus rechtsextremen Kreisen, die für die ukrainische Interimsregierung den Kampf gegen die Volksmilizen im Donbass ausfechten wollen.

Von Marco Maier

Das "Bataillon Asow", welches aus Söldnern und Freiwilligen der ukrainischen Rechten besteht, erhält personelle Unterstützung aus dem Westen. Via E-Mail rekrutiert der Franzose Gaston Besson für die berüchtigte Miliz Kämpfer aus dem Westen. Man solle einfach nach Kiew kommen, so heißt es in Bessons E-Mail aus der Ukraine. Militärische Erfahrung sei zwar wünschenswert, aber nicht Voraussetzung für den Kampf gegen die Regierungsgegner im Osten des Landes.

Man solle, so Besson, so viel militärische Ausrüstung wie möglich in die Ukraine mitnehmen. Waffen für den Kampf im Osten erhält man dann vor Ort, doch alles andere was man im Felde so gebrauchen kann – wie Kochutensilien, Zelte, Schlafsäcke, usw. – ist offenbar Mangelware, so dass man dies selbst mitbringen muss. In Kiew könne man zunächst eine Nacht ausschlafen; am besten im Hotel Dnipro. Ansprechpartner und Handynummern befinden sich im Anhang  der Mail. Um dann auch dem Bataillon zugeteilt zu werden, sollen sich die Freiwilligen jedoch zuerst direkt bei Besson melden.

Das nach eigenen Angaben rund 500 Mann umfassende "Bataillon Asow" ist eine Freiwilligen-Einheit. Nominell dem ukrainischen Innenministerium unterstellt, handelt es sich bei der Truppe in Wirklichkeit jedoch um den bewaffneten Arm der rechtsextremen Splitterpartei SNA (Sozial-Nationale Versammlung), die versucht Rechtsextremisten aus ganz Europa an die ostukrainische Front zu mobilisieren. Ansprechpartner für die Freiwilligen aus dem Westen ist der 47-jährige Franzose Gaston Besson.

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In den letzten Wochen bekam Besson nach eigenen Angaben täglich bis zu 15 Anfragen per E-Mail, in denen sich Freiwillige aus ganze Europa für den Krieg gegen die Seperatisten im Osten meldeten. So kam wohl auch der Entschluss, die Rekrutierung der kriegslüsternen Rechtsextremisten durchzuorganisieren.

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3 Kommentare

  1. Das besonders Traurige an der Geschichte ist, dass diese Söldner von der Ukraine mit den Fördergeldern der EU, sprich, mit den Steuergeldern der Bürger bezahlt werden.

    1. Außer man will hier eine Verbindung über 3 Ecken konstruieren, stimmt das nicht. Bezahlt werden diese Verände aus Freiwilligen von Oligarchen (Milliardäre, nicht alle sitzen in der Kiewer "Regierung"), im Fall von Asow ist das Igor Kolomoisky.

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