Seite dem Sturz Muammar al-Gaddafis im Jahr 2011 durch politische Gegner, die NATO und diverse arabische Staaten, kommt das nordafrikanische Land nicht mehr zur Ruhe. Diverse Clans und islamistische Gruppen kämpfen seitdem um die Vorherrschaft im ölreichen Land. Nun wirft die Übergangsregierung das Handtuch.

Von Marco Maier

In einer Erklärung verlautbarten Ministerpräsident Abdullah al-Thani und seine Minister den Rücktritt der Übergangsregierung. Das Parlament, so die Übergangsregierung sei die "einzig legitime Autorität des Landes" und müsse nun eine neue Regierung nominieren, "die das gesamte libysche Volk vertritt". Die Übergangsregierung hat keine wirkliche Macht im fragmentierten Libyen. Ihr Sitz ist im Osten des Landes, weil sie so dem Einflussbereich von islamistischen Milizen in Tripolis entgehen wollte. Auch das Parlament sitzt 1.600 Kilometer östlich der Hauptstadt, in der Stadt Tobruk. Es war im Juni gewählt worden und hatte anschließend offiziell die Befugnisse des libyschen Nationalkongresses übernommen.

Die Islamisten, die bei der Parlamentswahl nur wenige Stimmen erhielten, riefen hingegen den von Anhängern dominierten Nationalkongress vor wenigen Tagen wieder zusammen, und errichteten damit ein Gegenparlament. Damit wird die Spaltung des unter Gaddafi einst wohlhabenden Landes noch weiter vorangetrieben und die humanitäre Lage der Bevölkerung deutlich verschlechtert. Eine Befriedung Libyens rückt in immer weitere Ferne.

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