Lebensmittel für Russland: EU droht lateinamerikanischen Ländern

Weil Russland nach dem Einfuhrstopp in Sachen Lebensmittel aus der EU, den USA, sowie anderen sanktionierenden Ländern verstärkt auf Waren aus Lateinamerika setzen möchte, drohen die Brüsseler Eurokraten nun jenen Ländern, die neue Handelsverträge mit Russland abschließen. Die Sanktionen gegen Russland erweisen sich zusehends als Schuss ins eigene Knie.

Von Marco Maier

Die EU ist nicht der Nabel der Wirtschaftswelt. Mit der zunehmend feindseligen Haltung vieler EU-Spitzenpolitiker gegenüber Russland, die sich auch in immer mehr Sanktionen auswirkt, provozierten diese eine wirtschaftliche Gegenmaßnahme Moskaus. Die Folge: Importverbote für viele Lebensmittel aus der EU. Damit drohen den Produzenten der Produkte enorme finanzielle Einbußen für die die EU nun aufkommen soll. Immerhin haben die Politiker ihnen das Dilemma eingebrockt.

Nun intensivieren jedoch einige lateinamerikanische Länder ihre Handelsbeziehungen mit Russland, was den Politikern in Brüssel sauer aufstößt. "Wir werden mit den Ländern verhandeln, die unsere Exporte nach Russland ersetzen können, um ihnen zu verstehen zu geben: Wir rechnen damit, dass sie nicht auf so eine unfaire Weise Vorteile aus der entstandenen Situation ziehen", so ein hochrangiger EU-Beamter gegenüber der Financial Times.

Dass sich die EU mit ihrer Unterwürfigkeit gegenüber den USA jedoch wirtschaftlich selbst ausbremst, will man in den politischen Chefetagen des Kontinents offenbar nicht wahrhaben. Ganz nach dem trotzigen Motto "Wenn wir nicht dürfen, dann auch sonst niemand" fährt man nun anderen, souveränen Staaten an den Karren. Die moralische Überheblichkeit in der EU und den USA führt dazu, dass sie die Spielregeln vorgeben wollen, nach denen auf internationaler Ebene gespielt werden darf. Russland gilt angesichts der Krise in der Ukraine in den politischen Kreisen des Westens als "Bösewicht" welches es zu sanktionieren gilt – und die ganze Welt soll diesem Urteil bedingungslos folgen.

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Der Präsident Ecuadors, Rafael Correa, wies hingegen die überheblichen Vorstöße aus Brüssel zurück. "Ich möchte ihnen unverzüglich sagen, dass wir die Erlaubnis von niemandem brauchen, um Produkte an befreundete Staaten zu verkaufen – soweit wir wissen, gehört Lateinamerika nicht der Europäischen Union an", erklärte er gegenüber der Presseagentur Andes. Ecuador werde die offizielle Beschwerde der EU abwarten und darauf dann reagieren.

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Auch Brasilien, Chile und Argentinien, sowie das kleine Uruguay und Peru wollen enger mit Russland zusammenarbeiten. Immerhin verbessern sich dadurch die wirtschaftlichen Perspektiven dieser Länder. Nach den Abkommen zu den Lebensmittelimporten könnten bald schon Investitionsabkommen folgen. So möchte sich Russland am Aufbau der argentinischen Infrastruktur beteiligen. Dadurch fühlen sich jedoch insbesondere die EU und die USA einer Konkurrenz ausgesetzt, die sie in den heutigen Zeiten der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung eigentlich nicht haben möchten. Umso stärker muss der Druck auf die lateinamerikanischen Länder sein, damit der moderne Wirtschaftsimperialismus westlicher Megakonzerne weiterhin funktioniert.

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12 Kommentare

  1. Nur uns sollen die Sanktionen schaden. Die USA treiben fleissig selbst weiter Handel, die sind ja nicht dämlich, jedenfalls nicht so sehr wie die Marionetten hier.

  2. Es ist Amerikas Ringen mir Russland um die Erhaltung der eigenen weltweiten Vorherrschaft.

    ​Wir Europäer sollten uns da raus halten, oder zumindest den entgangenen Gewinn der Amis in Rechnung stellen.

    1. "Wir Brasilianer haben unser eigenr Stolz, EU Bürokraten haben HIER nichts zu diktieren !!"

      Sie sollten nicht so laut tönen, denn es kann auch hier ganz schnell gehen wie grad in Argentinien: ein US-Vasall als Präsident, und Schluss ist mit BRICS usw – dann werden Sie zu spüren bekommen, was ein Diktat ist!

       

  3. Russland besetzt in Europa fremde Länder, und die südamerikanischen Staaten heissen das ebenso wie China gut.

    Das ist die Botschaft, die derzeit von dort vermittelt wird. Jedenfalls möchte ich von dort keine Klagen mehr wegen irgendwelchen westlichen Imperialismus’ hören – gerade scheinheilige Länder wie Brasilien, die im eigenen Land ärgsten Imperialismus und Naturzerstörung betreiben, reissen dann immer noch das Maul am weitesten auf.

        1. Ich nehme an Andreas hat sich in den westlichen Medien informiert. Und zwar in denen, die nicht genug Geld für fundierte Recherche ausgeben wollen und dafür  lieber Quote machen.
          Nur so ist seine von Propaganda durchsetzter Beitrag (Meinung?) zu verstehen. 
          Ich finde es gut, dass wir auf unsere Kosten den südamerikanischen Ländern dabei helfen ihre Exporte zu steigern und würde dabei mal eben die Schnauze halten bevor Argentinien auf einmal kein Rindfleisch mehr nach D liefert und wir unser Hormonfleisch auf einmal selber essen müssen 😉

    1. sorry du bist total blöd in der birne  ich freu mich über jedes land das gute beziehungen führt mit russland  die eu pfeift nur nach den pfeiffen aus usa  die amis machen selbst geschäfte mit russland

  4. @andreas:

    Russland hat nix besetzt.

    russland ist nicht die sowjetunion,sie hat sich aufgelöst und ist in einzelne länder, das grösste russland, aufgegangen.

    das einzige mal wo russland interveniert hat war in südossetien,und das nachgewiesener weise auf provokation des dortigen präsidenten.

    die krim hat ein völkerrechtliches referendum abgehalten,und sich für russland entschieden!

    warum: weil die krim schon immer russlands herzstück war und das schon seit 350 jahren.Krustchov hat die krim verwaltungstechnisch damals der ukraine zugeschlagen, und sie ist ukrainisch geblieben nach zerfall der sowjetunion.

    weil aber das volk sich benachteiligt fühlte durch repressalien der bundesregierung haben sie sich, völlig korrekt nach völkerrecht in einem referedum russland zugehörig ausgesprochen.

    also hat russland auch dort nischt überfallen.

    kleiner tipp: erst sachkundig machen dann blub blub aus sprechwerkzeug

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