Hypo Alpe Adria: Betrüger zweigten bis zu 1,6 Milliarden Euro ab

Als ob es nicht schon genug Skandale rund um die notverstaatlichte Hypo Alpe Adria gäbe. Nun berichtet das "Wall Street Journal" auch noch, dass diverse Betrüger die Pleitebank um insgesamt bis zu 1,6 Milliarden Euro erleichtert hatten. Insgesamt wurden demnach bereits 88 Anzeigen eingebracht.

Von Marco Maier

Mehrere brisante Dossiers, die dem "Wall Street Journal Europe" vorliegen, zeigen das ganze Ausmaß des durch Kriminelle verursachten Schadens: So hätten den Angaben zufolge Betrüger allein in Österreich 890 Millionen Euro bei diversen Deals mit der Hypo Alpe Adria erbeutet. 250 Millionen Euro gingen so in Kroatien verloren, weitere 164 Millionen in Bosnien und Herzegowina, 130 Millionen in Italien, 100 Millionen in Bulgarien, 27 Millionen in Montenegro, 25 Millionen in Serbien und 20 Millionen Euro in der Slowakei.

Am Freitag stellte die Hypo den detaillierten Halbjahresbericht ins Internet. Darin heißt es unter anderem, dass die Bank bis Ende Juni 2014 insgesamt 88 Sachverhaltsdarstellungen mit einer Schadenssumme von insgesamt 1,4 Milliarden Euro aufbereitet und bei den Staatsanwaltschaften im In- und Ausland eingebracht hat. Zusätzlich sind sieben Zivilprozesse gegen ehemalige Entscheidungsträger und Drittparteien mit einem Gesamtstreitwert von rund 109 Millionen Euro anhängig. Summa summarum ergibt sich daraus ein ungefährer Schaden von 1,6 Milliarden Euro.

Nicht nur die Bank selbst soll geschädigt worden sein. Einige Kunden erheben ebenso Vorwürfe gegen die Pleitebank. Wie aus dem veröffentlichten Halbjahresbericht hervorgeht, dürfte auch nach der Verstaatlichung im Jahr 2009 einiges schiefgelaufen sein. So hat demnach eine Überprüfung ergeben, dass in einigen Ländern „insbesondere in den Jahren 2009 bis 2012 Leasinggesellschaften die mit den Kunden vereinbarten Zinsanpassungsklauseln fehlerhaft angewendet haben“. Dies betrifft weit über 1.000 Verträge, die in den Balkanstaaten abgeschlossen wurden. Einige Fälle seien bereits gerichtsanhängig. Nun wird geprüft, ob „allenfalls ein strafrechtlich relevantes Verhalten gesetzt worden ist“. 

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