Einigung: Russischer Hilfskonvoi darf bald in die Ukraine

Kiew und Moskau konnten sich offenbar hinsichtlich der humanitären Hilfe für die von den Kriegshandlungen betroffenen Menschen in der Ostukraine einigen. Russland stimmte der Inspektion der Fracht zu und wartet nun auf die Erlaubnis für den Grenzübertritt der rund 280 Lastwagen.

Von Marco Maier

Insgesamt 1.800 Tonnen an lebenswichtigen Hilfsgütern warten in der 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernten russischen Ortschaft Kamensk-Schachtinski darauf, endlich in die Ostukraine geliefert zu werden. Waren, die in der vom Bürgerkrieg schwer gezeichneten Region von den schutzlosen Zivilisten dringend benötigt werden, nachdem die Kampfhandlungen zwischen den Volksmilizen und Freiwilligenverbänden auf der einen Seite, sowie der ukrainischen Armee, der sogenannten Nationalgarde und bezahlten Söldnerheeren der Oligarchen auf der anderen Seite den Großteil der zivilen Infrastruktur zerstörten.

Die ukrainische Regierung teilte am Samstag mit, dass sie die "Rechtmäßigkeit" der Hilfslieferung anerkenne. Weiters verständigten sich nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes Russland und die Ukraine auf eine Inspektion des Konvois. Damit könnte den Menschen in den umkämpften Gebieten schon bald mit Medikamenten, Lebensmitteln, Schlafsäcken und Stromgeneratoren geholfen werden.

Indessen werden die Vorwürfe lauter, dass die ukrainische Regierung den Prozess aus politischen Gründen vorsätzlich verzögern würde, um damit die Position der Regierungsgegner in Donetsk und Lugansk zu schwächen. Kiews vorgeschobene Befürchtung, Moskau nütze den Hilfskonvoi zur Lieferung von Waffen an die Milizen, wird sich bei den Inspektionen ohnehin als haltlos erweisen. Umso wichtiger ist es, dass die Hilfsgüter schnellstmöglich an ihren Bestimmungsorten ankommen, damit die Menschen im Osten der Ukraine zumindest eine rudimentäre Versorgung erhalten.

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