Ukraine: Giftgas im Donbass

Über der Stadt Slawjansk weht die ukrainische Flagge. Die Armee hat sie nach harten Kämpfen eingenommen. Die Volkswehr-Milizen haben nach eigenem Bekunden zwar nur minimale Verluste erlitten, jedoch den Platz räumen müssen. Jetzt wollen sie sich auf die Verteidigung von Donezk und Gorlowka konzentrieren, teilte Pawel Gubarew, einer der Spitzenvertreter der selbsterklärten Volksrepublik Donezk mit.

Von Florian Stumfall

„Der Volkswehr-Kommandeur Igor Strelkow fasste den Beschluss, Slawjansk zu verlassen. Das wurde in der Nacht zum Samstag gemacht. Die Verluste der Volkswehr sind minimal. Die Volkswehrkräfte zogen organisiert in Richtung Kramatorsk ab. Danach wird die Dislozierung voraussichtlich nach Gorlowka und Donezk fortgesetzt“, hieß es. Dies biete die Möglichkeit, Zeit zu gewinnen, „um den Zusammenschluss der Volkswehr und deren Zentralisierung unter einem einheitlichen Kommando abzuschließen, die Kommunikation zu verbessern, die Versorgung, in erster Linie mit Artillerie und gepanzerter Kampftechnik, zu verstärken“, so Gubarew.

Anderswo kamen die Milizen offenbar nicht so glimpflich davon. Anscheinend hat die ukrainische Armee Chemiewaffen gegen die Aufständischen in den Gebieten Donezk und Lugansk eingesetzt, wie der Präsident der russischen Akademie für geopolitische Probleme, Dr. Konstantin Siwkow, vermutet. „Offenbar werden Chemiewaffen eingesetzt. Das müssen Mediziner ermitteln, doch Zeugenangaben zufolge wurden Minen mit chemischen Substanzen eingesetzt, wobei Militärs davon betroffen sind“, so Siwkow.

Dem Anschein nach seien chemische Kampfstoffe wie Phosgen bzw. ähnliche veraltete Atemgifte, die die Lungen schädigen, eingesetzt worden. Dem Experten zufolge hat die Ukraine noch Chemiewaffen aus sowjetischen Restbeständen. „Diese Waffen stammen aus der Sowjetzeit und gerieten in Vergessenheit. Russland hat seine C-Waffen vernichtet, die Ukraine nicht. Die Entsorgung von C-Waffen kostete viel Zeit und Geld. Die Ukraine hatte weder das eine noch das andere“, so Siwkow.

Bereits nach dem Beschuss von Vororten der Stadt Slawjansk Ende Juni durch ukrainische Militärs sind Menschen mit Chlorvergiftungen in die Krankenhäuser eingeliefert worden, wie Igor Strelkow mitteilte. „Die Symptome sind wie folgt: stechende Augenschmerzen und Kratzen im Hals. Wir glauben, dass dies die Wirkung von Chlor ist. Explosionen erfolgen in der Luft. Danach entsteht eine Nebelwolke. Mit diesen Granaten wird geschossen, wenn der Wind in unsere Richtung weht.“  

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