Die Anlage soll 2019 in Betrieb genommen werden. Auch wenn bis dahin noch ein paar Jährchen vergehen, so liegt der Termin doch volle zwölf Monate vor der ursprünglichen Planung. Die Anlage wird aus 192 Laser-Kanälen bestehen und mit 360 Metern Länge die Fläche von zwei Fußball-Feldern einnehmen. Seine Höhe wird zehn Stockwerke betragen. Technisch gesehen, wird der neue Laser völlig neue Perspektiven eröffnen.

Von Florian Stumfall

Das Unternehmen wird fast eine Milliarde Euro kosten und entsteht unweit vom Technopark Sarow im Gebiet Nischni Nowgorod im Wolga-Gebiet. Die Entscheidung dazu ist vor zwei Jahren auf Regierungsebene gefallen. Zwar, heißt es in den Reihen der Entwickler, gebe es in den USA und in Frankreich ähnliche Laser, doch die russische Anlage werde mit einer Leistung von 2,8 Megajoule die weltweit stärkste und sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke verwendbar sein, wie Radij Ilkajew, Chef des Russischen Nuklearzentrums, schon zu Beginn der Konstruktionsarbeiten festgestellt hat. Der Laser in den USA bringt eine Leistung von 1,8 Megajoule. Solche Anlagen dienen einerseits der Plasmaforschung, was für die Entwicklung von thermonuklearen Waffen notwendig ist. Andererseits gilt die lasergestützte Kernfusion als Energiequelle der Zukunft.

Die Russischen Akademie der Wissenschaften verspricht sich von dem neuen Laser einen Durchbruch, deshalb hatte sie das Projekt nach Kräften unterstützt, so ihr Präsident Wladimir Fortow. „Es handelt sich dabei um erstaunlich interessante und vielfältige Prozesse. Das ist die Physik der hohen Energiedichte, des extrem hohen Drucks und der extrem hohen Temperaturen. Sie besitzt hinsichtlich des Wissens eine hohe Bedeutung, denn es geht um neue Zustände der Materie, die man früher nicht in Laboratorien erzielen konnte. Das war allein im Weltall möglich. Außerdem fördert das ebenso die Diagnostik, die Technologien und vieles andere, ohne die die Entwicklung der Wissenschaft undenkbar ist. Natürlich steht hinter diesem Projekt noch ein energiewirtschaftlicher Aspekt, denn eine praktische Anwendung ist die gesteuerte Thermonuklearreaktion.“ Verschiedene Fachleute sagen, mit der neuen Ausrüstung werde man Grundlagenforschung in der Sphäre des dichten Hochtemperaturplasmas betreiben können.

Die neue Einrichtung wird übrigens nicht nur russischen, sondern auch ausländischen Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.  

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