Ost-Ukraine: Wieder Einsatz von C-Waffen?

In einem Krieg gehört die Propaganda zu den wichtigen Methoden, um das Umfeld im eigenen Sinne zu beeinflußen. Deshalb darf man was die Ukraine betrifft, weder Kiew noch von den Milizen jedes Wort glauben. Doch die wiederholten Vorwürfe, die ukrainische Armee benutze im Donbass auch chemische Waffen, sollten ernsthaft untersucht werden. Weder in Kiew, noch im verbündeten Westen besteht Interesse daran.

Von Florian Stumfall

Man sei sich nach entsprechenden Untersuchungen von Verletzten in einem Krankenhaus zu 99 Prozent sicher, dass die Kiewer Armee C-Waffen eingesetzt habe, sagte der Donezker-Generalstaatsanwalt Rawil Chalikow dem russischen Nachrichtensender Rossija 24. „Wir haben Bodenproben genommen und Beweismittel gesammelt und nach Russland geschickt.“

Schon vor drei Wochen behauptete die Volkswehr von Slawjansk, es seien von der ukrainischen Armee im Dorf Semjonowka unbekannte Chemikalien eingesetzt worden. Dort waren nach einem Beschuss durch das ukrainische Militär mehrere Menschen mit Chlorvergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert worden. Der russische Militärexperte Konstantin Siwkow mutmaßte, dass die ukrainische Armee das noch aus den Sowjetzeiten stammende Giftgas Phosgen verwendet habe. Kiew bestritt die Vorwürfe.

Schlecht abzuleugnen hingegen ist, dass die ukrainische Nationalgarde mehrere Mehrfachraketenwerfer des Typs Grad im Dorf Jelenowka zehn Kilometer südlich der Stadt Donezk aufgestellt hat. Wie der russische Sender RIA Novosti berichtet, handelt es sich um mindestens vier Anlagen. Die Reichweite der Grad-Raketen kann bis zu 40 Kilometer betragen, es handelt sich aber nicht um Präzisionswaffen. Das Dorf Jelenowka liegt an einer strategisch wichtigen Fernstraße, die von Donezk in Richtung Süden führt.

Inzwischen redet man in Kiew von einer Änderung der Taktik der sogenannten Sonderoperation in der Ostukraine, wie ukrainische Nachrichtenagentur UNIAN unter Berufung auf den Vize-Chef der Administration des ukrainischen Präsidenten, Valeri Tschaly, meldet. Dieser gibt als Begründung an, die Volkswehr im Osten des Landes werde durch neue Mitglieder verstärkt und setze immer mehr Waffen ein. „Um solche Angriffe abwehren zu können, muss offensichtlich die Taktik der Operation geändert werden“, sagte er. „Die Taktik für heute ist klar: Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden.“ Nach den vielen Opfern unter der Zivilbevölkerung kann Tschaly das nicht ernst meinen. 

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