Das NATO-Hauptquartier in Brüssel. Bild: Flickr / Bundeswehr CC BY-ND 2.0

Der Krieg hat verschiedene Gesichter. Nicht immer wird er mit Kanonen und Raketen ausgetragen, oft ist das Schlachtfeld das Gebiet der Propaganda. Doch auch das ist nicht ungefährlich. Denn die Propaganda bereitet oftmals den Weg zum militärischen Angriff. Das war immer so und es ist bei der Ukraine-Krise nicht anders.

Von Florian Stumfall

Die NATO, so schreibt die „Financial Times“, wolle Maßnahmen vorbereiten, um Russland im Bereich der Medien wirksam entgegenzuwirken. Das hat der britische NATO-Botschafter Adam Thompson wissen lassen. Die NATO, so die Begründung, sei von der „russischen Taktik“ überrascht, die sie bei der Konfrontation im Bereich der Information zu der Ukraine-Krise habe feststellen müssen. Nur in Parenthese – in diesem Zusammenhang von „Konfrontation“ zu sprechen, belegt den engen Zusammenhang zwischen Propaganda und Gewalt.

Ganz so, als habe es im gesamten Westen nicht eine gleichgeschaltete Berichterstattung und Kommentierung zu den Ereignissen in der Ukraine gegeben, angefangen bei der massiven Unterstützung des Aufruhrs durch Politiker aus NATO-Ländern und dem Nuland-Bekenntnis, dass die USA fünf Milliarden Dollar für die Revolte ausgegeben hätten, zeigt sich der Westen nun „überrascht“. Der Volksentscheid auf der Krim und die Entwicklung in der Ukraine seien von einem „Druck auf prowestliche Institutionen im Informationsbereich begleitet“ gewesen.

Botschafter Thompson kündigt an, dass die „Abwehr dieser Taktik“ Gegenstand es NATO-Gipfels im September in Wales sein werde. „Der Gipfel wird Beschlüsse zur langfristigen NATO-Taktik treffen.“ sagte er, „Einige dieser Schritte werden der militärischen Sphäre gelten, andere werden auf die Arbeit mit diesen neuen Taktiken gerichtet sein.“ Die Allianz müsse fähig sein, „Erfindungen zu zerstreuen, die Russland über die Allianz verbreitet.“

Loading...

Ob es angesichts der Tatsache, dass die NATO seit über zwanzig Jahren verschiedene Kriege führt – Russland aber keinen – leicht ist, im Propaganda-Krieg eine Schlacht zu gewinnen, sei dahingestellt. Jedenfalls belegt die neue NATO-Taktik den engen Zusammenhang von Gewalt und Unwahrheit.  

Bitte unterstützen sie uns!

Wenn Sie liebe Leser, uns unterstützen wollen, dann tun sie das am besten mit einer Spende oder mit einem Dauerauftrag mit dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE54 7001 1110 6052 6763 88, BIC: DEKTDE7GXXX oder per Paypal und Kreditkarte. Wir bedanken uns herzlich!

Loading...

2 KOMMENTARE

  1. Lobenswert, endlich einmal keine Russen-Hetzjagd. Verantwortlich sind die USEU deren Vorbereitung des Putsches schon Jahre vorher begann. Warum man es dann so eilig hatte und nicht mal die offiziellen Wahlen in der Ukraine abwarten konnte ? Vielleicht hatte man Angst das sie nicht so ausfallen wie es die EU und USA gerne wollten. Warum gibt es niemanden der den massiven Schaden an der russischen Wirtschaft stoppen kann ? Sanktionen über Sanktionen obwohl man der Öffentlichkeit bis heute keinerlei Beweise liefern kann. Außerdem wird Poroschenko von wem ? mit Waffen beliefert

    • Man muss sich darüber im Klaren sein, dass ein neuer, aber einseitiger kalter Krieg vom Westen, insbesondere der USA, gegen Russland gestartet wurde. Der Westen hat gesehen, dass Russland immer stärker wird und sich im Aufschwung befindet. Dies stellt eine Gefahr für die Hegemonie der USA dar. Also hat man die Ukraine destabilisiert und hat auch Interesse daran, diese Instabilität beizubehalten, um so Russland nachhaltig zu schwächen. Mit anderen Worten, wenn die EU dem Druck der USA nachgeben, werden wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland so oder so folgen, egal was Russland tut, da dies im Interesse der USA ist, aber nicht der EU. Dennoch sitzen zu viele gekaufte Verräter in Brüssel, die die Integrität und Souveränität Europas zerstören.

      Russland jedoch kann man nicht isolieren und es wird die Sanktionen besser verkraften als die EU. Denn während die EUSA weiterhin Russland-Hetze betreibt, schmiedet Putin Allianzen mit den Teilen der Welt, die noch nicht von der USA okkupiert worden sind oder sich mithilfe Russlands aus der Umklammerung der US-Hegemonie befreien möchten und es bisher aus eigener Kraft nicht vermochten.

      Kurz gesagt: Russland hat langfristig gesehen, die besseren Karten, diesen einseitigen Kalten Krieg zu gewinnen, denn eine unipolare Weltordnung, wie von der USA angestrebt, stößt auf massiven Widerstand, während die polyzentrale Weltordnung, wie von Russland angestrebt, auf enorme Unterstützung trifft. Und mit dieser Unterstützung schwindet auch langsam aber stetig die Einflusssphäre der US-Hegemonie.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here