Merkels neues Handy: Schon geknackt

Rechtzeitig zum ersten Höhepunkt des NSA-Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag geht eine Meldung durch die Presse, die auch die groteske Seite des Spionage-Problems beleuchtet. Prominentestes Opfer ist ja bislang Kanzlerin Merkel, wenn auch nicht das einzige, die NSA soll nämlich 35 Staatschefs abgehört haben. Doch Merkel war gezwungen, zu reagieren, wenn auch nicht politisch, so weit reichte ihre Empörung nicht. Immerhin kaufte sie sich ein neues Handy, für 2500 Euro, um der NSA & CIA das Handwerk zu legen.

Von Florian Stumfall

Das kleine Wunderding in Kanzlerhand wurde speziell für Merkel hergestellt, Fachleute kennen die Einzelheiten: Es handelt sich um ein Blackberry-Modell Q10 mit eingebautem Krypto-Chip für abhörsichere Verbindungen. Doch – ob Q10, 11 oder 12, die Mühe ist umsonst. Denn ein US-Agent in Deutschland ließ wissen, dass die NSA die Verschlüsselung des Apparates „mühelos“ knacken kann. „Die technischen Veränderungen der Mobiles beeinträchtigen unsere Arbeit nicht“, versichert der Geheimdienstler und wirft damit mehrere Fragen auf.

Denn – hat nicht US-Präsident Obama erklärt, die Kanzlerin werde „in Zukunft nicht mehr“ abgehört? Wieso kennt dann die NSA bereits die technischen Qualitäten ihres nagelneuen Handy? Und wie kann sie wissen, dass sie es knacken kann, ohne den Versuch unternommen zu haben? Offenbar läuft „unsere Arbeit“ unbeeinträchtigt weiter. Mit anderen Worten: Was ist das Versprechen des US-Präsidenten wert, der ohnehin zu dem ganzen Skandal kein Wort des Bedauerns gefunden hat, nicht einmal ein geheucheltes?

Ähnlich verhält es sich mit dem Fall des BND-Agenten, der Einzelheiten aus dem NSA-Ausschuss an die USA verkauft hat. Über ihn ergießt sich die allgemeine Empörung. Doch er ist gar nicht das Thema, ein faules Ei gibt es in jedem Gelege. Viel schlimmer ist, dass die amerikanische Seite, die ohnehin Zugriff auf fast alles hat, was der BND so sammelt, die letzten wenigen Krümel, die in deutschem Besitz verbleiben, auch noch aufsaugen möchte. Diesen Zustand nennen die Politiker „Freundschaft“. 

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