Foto: Flickr / Cyrus Farivar CC BY-NC-SA 2.0

Während der ukrainische Präsident Poroschenko weiterhin, unbekümmert um das Schicksal der Zivilbevölkerung, im Donezk-Becken Bomben werfen lässt, beraten US-Präsident Obama und die deutsche Kanzlerin Merkel, mit welchen neuen Sanktionen sie Russland dafür bestrafen können. Das war der wichtigste Gegenstand eines Telefon-Gespräches zwischen Obama und Merkel, bei dem am Rande auch das Thema der US-Spionage angerißen wurde, um in Deutschland die Gemüter zu beruhigen.

Von Florian Stumfall

„Der Präsident und die Kanzlerin bekräftigten ihre Absicht“, so die Verlautbarung aus dem Weißen Haus, „mit den anderen Verbündeten zusammenzuarbeiten, um zwischen Europa und den USA eine enge Koordinierung der Maßnahmen zu erreichen, die darauf gerichtet sind, dass Russland den notwendigen Preis zahlt, sowie auf die Aufrechterhaltung der weiteren langfristigen Stabilität und des Gedeihens Europas.“

Damit stellen sich die USA als befehlshabender Schutzherr Europas hin, ohne aber zu sagen, wie das „Gedeihen“ in Europa ohne oder gegen Russland vonstattengehen soll. Insgesamt ist das die Fortführung einer Politik des Westens unter der Führung der USA, die jeden bestraft, der anders will. Nur die Mittel sind verschieden – bei Libyen oder dem Irak waren es Marschflugkörper, bei Russland wären diese zu gefährlich, also operiert man mit Sanktionen.

Russland also solle „Maßnahmen zur Deeskalation“ ergreifen, damit sich die Lage in der Ukraine entspanne. Gedacht ist dabei an eine beiderseitige Waffenruhe, wobei unterstellt wird, es sei Russland, das dort Krieg führt, und nicht Kiew. Andere Forderungen wie die Konzipierung einer Roadmap oder Verhandlungen im Rahmen einer Kontaktgruppe bei Vermittlung der OSZE gehören zum diplomatischen Instrumentarium, welches ebenso unerlässlich wie wirkungslos ist.

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Russlands Außenminister Sergej Lawrow drückte sein Missfallen über die jüngste amerikanisch-deutsche Initiative aus: „Es ist bedauerlich, dass der Präsident einer Großmacht mit einer derartigen Einstellung an internationale Angelegenheiten herangeht.“ Und er markierte als Kontrapunkt: „Einseitigen Schritten und Emotionen setzen wir Vernunft und Pragmatismus entgegen.“

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4 KOMMENTARE

  1. und was sollen die nächsten Sanktionen sein? Das wir kein Gas mehr von Russland kaufen und es im nächsten Winter bei uns deswegen  bitterkalt wird? Oder das wir keine Waren mehr  für Russland produzieren und einfach nicht mehr Exportieren? 

    Wir machen uns im Willen der Bilderberger zur Witznation, dank Merkel. Die Russen lachen sich einen schräg und Putin grinzt sich immer einen ab! Das Bild oben spricht Bände. Habt Ihr nicht noch irgenwo eins, wo Merkel dem Obama die Stiefel leckt? Tja, hauptsache wir sind ALLE Weltmeister.

  2. Es ist traurig aber wahrscheinlich wahr, man will Rußland und Putin zu dem machen, zu dem man Deutschland und Hitler im 2. Wk gemacht hat. Zu dem, der die USA und das Empire für die nächsten 50 Jahre mittels Reparationszahlungen finanziert. Und weil Europa sich zur USA neigt, wird es auch gelingen. Es sei denn, etwas höchst unerwartetes tritt ein.

    Man wird Putin so lange versuchen zu isolieren und zu sanktionieren, bis er übergriffig werden muß. Und wenn all das nichts hilft, und er standhaft politische Lösungen sucht, dann tötet man wieder einen Hohen, der der russischen Seele so nahe steht, und sie verletzt, daß es eskaliert. Echt schlimm das alles so kommen zu sehen, und keine Lösung zu erkennen. Und hinter allem steht die drückende Hochfinanz, die einerseits Putin dazu drängt sich vom Dollar zu lösen, und somit die USA zu vernichten, und andererseits die, die Obama drängen den alleinigen Weltmachtstatus zu erhalten. Und damit erzeugen sie eine Situation, in der die Konfrontation unausweichlich ist.

    Ja die Hochfinanz hat eine große Arena erbaut und läßt die Giganten gegeneinander antreten. Händereibend, und wohl abgesichert, indem sie zunächst auf Alle Beteiligten gesetzt haben, um dann, wenn im Kampf der Sieger erkennbar sein wird, alle Investments vom Verlierer abzuziehen, und auf den vermeintlichen Gewinner zu setzen, was dem Verlierer den Todesstoß versetzen wird.

    Es ist nichts anderes wie ein gigantisch inszenierter Hahnenkampf, bei dem die Völker gegeneinander antreten sollen. Ob sie wollen oder nicht. Die Hähne werden nie gefragt. Sie gehören den Besitzern, also denen, bei denen die Nationen verschuldet sind.

    Die Schuld für alles wird man wieder auf die verlierenden Völker und Nationen delegieren, währen die Hochfinanz, deren unersättliches Wetten die Nationen erst in die Arena treiben, sich weiterhin als die Retter der Welt präsentieren können, da sie dann großherzig mit Krediten zum Aufbau nur so um sich schmeißen werden.

    Hoffentlich hat man dann gelernt, und niemand, kein Volk, kein Mensch, keine Nation, die etwas auf sich hält, egal wie dreckig es ihr auch geht, läßt sich mehr auf einen Zinsbeladenen Kredit ein. Das könnte all ihre Spekulationen zerstören.

    Gruß aus Bremen

    • Es ist in der Tat traurig immer deutlicher zu erkennen, dass jeder Versuch Russlands die Lage zu stabilisieren durch die Sanktionspolitik des Westens blockiert wird. Und wenn es dann zum Knall kommt, will man die Kosquenzen nicht vorhergesehen haben, obwohl doch viele diese Politik kritisieren.

      Ja, es scheint wirklich so, als seien 70 Jahre Frieden zu viel. Die Generation, die den zweiten Weltkrieg erlebt hat, ist fast ausgestorben und die heutige Generation kennt Krieg nur aus Videospielen. Irgendwann wird Russland sich gezwungen sehen, militärisch durchzugreifen. Ich habe weniger Angst vor einem Krieg als das mich diese westliche Propaganda langsam ermüdet. Ich kann kein einziges Massenmedium lesen, ohne dass ein russlandfeindlicher Artikel auftaucht.

      Aber eines kann ich aus Überzeugung sagen: Sollte es zum Krieg mit der NATO kommen, wird Russland seine Atomwaffen einsetzen. Und diese werden nicht nur in Europa gezündet, sondern auch in den USA. Die USA soll nicht dem Irrglauben verfallen, dass sie erneut von einem Weltkrieg fern ihrer Heimat profitieren könnten. Es wird in einem Konflikt NATO Russland keinen Gewinner geben. Und diejenigen Nationen, die nicht am Krieg beteiligt waren, werden als Folge des ökologischen Kollaps zusammenbrechen. Anarchie und Hungersnöte werden die Folge für die Überlebenen sein.

      • Hallo Logan,
        Ja da stimme ich zu, vielleicht bis auf den Passus mit den Atomwaffen. Man weiß einfach bisher Gott sei dank nur theoretisch, wie sich das mit ihrer technischen Einsatzfähigkeit verhält, wenn man sie in Massen einsetzen will. Z.B., wie wirkt sich der EMP aus. Sind ab einer gewissen Stärke von EMP, also nach der Zündung einer bestimmten Anzahl von A-Bomben, sämtliche weiteren elektronischen Zündungen unmöglich? Könnte also dieser Umstand die Zweitschlag Automatismen außer Kraft setzen? Plant man sogar eventuell damit und riskiert deshalb ihren Einsatz? Werden die Zweitschlagsautomatismen überhaupt aktiviert, oder setzt man A-Bomben wie in WK2 „nur“ zum Schluß, partiell und „manuell“ ein und führt den Krieg zunächst vorrangig konventionell?

        Und nicht zuletzt, was geschieht mit der „Seele“ der Menschen, wenn sie sieht, was ein, zwei, drei,….. Bomben die gezündet wurden, angerichtet haben, verweigert sie vielleicht einfach jeglichen weiteren Dienst am Zerstörungswerk?

        Wie dem auch sei, rosig sind die kommenden Zeiten wirklich nicht, und alles nur wegen ein Paar größenwahnsinnigen leblosen süchtigen Zockern. Man hätte sich NIEMALS auf das Erpressungsspiel mit den Banken einlassen dürfen. Man hätte sie behandeln müssen wie sie ihre Kunden behandeln. Sie sind zahlungsunfähig, also sind sie Pleite. To big to fail, hat ihnen die letzten Tore geöffnet. Nun können sie von überall pressen und sagen, wenn ihr nicht das und das tut, dann sind wir Pleite. Was ja nicht stimmt, wir, die Menschen, wären ja nicht Pleite, sondern nur das Geldsystem wäre es.

        Gruß aus Bremen

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