Jügen Todenhöfer. Foto: © Das blaue Sofa / Club Bertelsmann. CC BY 2.0

Jürgen Todenhöfer, ehemaliger CDU-Politiker, nunmehriger Buchautor und Journalist, macht sich spätestens seit seiner Fotomontage über den deutschen Cihad-Präsidenten Joachim Gauk, keine Freunde mehr in der deutschen Politik. Seit kurzem ist er auch bei der Vorsitzenden der israelischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch unten durch. Diese erzürnte sich über Todenhöfers Bericht über den maßlosen Krieg gegen die Palästinenser in Gaza, welches die ARD im Morgenmagazin (Video unten) ausstrahlte. Jetzt legt Todenhöfer ein Schäufchen nach. Gestern veröffentlichte er folgenden offenen Brief an Netanjahu.

Von Andre Eric Keller

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Netanjahu,

darf ich Ihnen mitten im Krieg ein paar Fragen stellen? Als Deutscher, der weiß, dass die Generation seiner Vorfahren den Juden Unverzeihliches angetan hat, der das Existenzrecht Israels akzeptiert und der Antisemitismus wie jede Form von Rassismus für eine Schande hält.

Haben Sie sich schon mal vorgestellt, wie es wäre, wenn Sie nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza auf die Welt gekommen wären? Sie hätten dann nicht die besten Schulen und Universitäten der USA besuchen können, sondern wahrscheinlich nur die bescheideneren Schulen und Universitäten von Gaza und im Westjordanland. Auch Ihre Enkel hätten kaum dem Elend von Gaza entfliehen können. Stattdessen hätten sie in den letzten sechs Jahren drei grauenvolle Kriege erlebt und viele Schulfreunde durch israelische Bomben verloren.

Wären Sie auch in Gaza Politiker geworden? Dann säßen Sie jetzt vielleicht wie 23 gewählte palästinensische Abgeordnete in israelischen Gefängnissen. Im Ofer-Gefängnis bei Ramallah oder im Hadarim-Gefängnis im Norden von Israel. Für Palästinenser ist es riskant, sich politisch zu betätigen. Unterstellen wir daher, Sie wären ein angesehener Landwirt geworden und hätten begonnen Blumen zu züchten. Sie hätten harte Zeiten durchlebt. Wegen der von Israel verhängten Blockade könnten Sie nur noch drei Prozent der früheren Blumenmenge exportieren. Die gesamte Wirtschaft Gazas liegt am Boden. Sie hätten fast alle Mitarbeiter entlassen müssen. Die wären jetzt arbeitslos – wie mehr als die Hälfte der arbeitsfähigen Bewohner von Gaza. Und müssten von der UNO durchgefüttert werden. 80 Prozent der Bevölkerung erhalten alle drei Monate Essensrationen wie damals die Iraker unter den vom Westen betriebenen Sanktionen. So erhält eine achtköpfige Familie, um überleben zu können, von der UNO alle drei Monate : 103 Kilo Weizen, 4,70 Liter Speiseöl, fünf Kilo Zucker, 1,5 Kilo Milchpulver sowie etwa Dosenfleisch. Für acht Personen!

Da Sie Ihre Familie von den paar Blumen, die Sie noch verkaufen würden, nicht ernähren könnten, hätten sie sich mit einem Ihrer Brüder, der Fischer ist, zusammen getan. Allerdings wäre dieser auch in großen Schwierigkeiten. Israel hat den palästinensischen Fischern entgegen internationalem Recht verboten, außerhalb einer 3-Seemeilenzone zu fischen. Dadurch gehen den Fischern von Gaza 85 Prozent der Fischgründe verloren. Wer diese Grenze überschreitet, wird von der israelischen Kriegsmarine beschossen. Ein Freund Ihres Bruders hat es gewagt. Er kehrte nie mehr zurück. Wie ein Dutzend anderer palästinensischer Fischer in den letzten 5 Jahren.

Auch sonst wäre Ihr Leben in Gaza beschwerlich. Vor allem wenn Israel wieder einmal – wie seit einigen Tagen – seine Stromlieferungen einstellt und gleich noch das Elektrizitätswerk von Gaza bombardiert. Wie gestern. Und daraufhin auch die Wasserversorgung zusammenbricht, weil die palästinensischen Wasserpumpen mit Strom betrieben werden. Gaza ist zur Zeit ohne Strom und Wasser. Nichts geht mehr. Das Trinkwasser ist verseucht, das Abwassersystem zusammen-gebrochen. Wichtige Medikamente für Ihre Familie gäbe es schon seit längerem nicht mehr. Die Folgen wären auch für Ihre Familie verheerend. Wie für alle palästinensischen Familien.

Für einen die eigene Freiheit liebenden Menschen wie Sie wäre es sicher hart, Ihre winzige Heimat Gaza seit 2007 über den israelischen Grenzübergang Erez nur noch in medizinischen Notfällen und über den ägyptischen Grenzübergang Rafah nur dann verlassen zu können, wenn er ausnahmsweise einmal geöffnet ist. Was in den letzten Jahren selten der Fall war. Ich stand in Rafah auch schon stundenlang vor verschlossenen Toren. Sie würden im größten Freiluftgefängnis der Welt leben. Im Osten eingeschlossen durch militärische Todesstreifen, Stacheldraht und Betonmauern, im Westen zur Seeseite durch die Geschütze der israelischen Kriegsmarine. Die einzige Möglichkeit, alte Freunde in Ägypten wenigstens gelegentlich wieder zu treffen, war in den letzten Jahren, wie ein Maulwurf durch einen der vielen Erdtunnel ins ägyptische Rafah zu krabbeln. Für viel Geld. Für einen stolzen Mann wie Sie wäre das zwar demütigend, aber was macht man nicht alles für die eigene Freiheit? Doch die neue ägyptische Regierung hat auch diesen letzten Fluchtweg in die Freiheit verrammelt. Zur Freude Israels. Ohne Bodentruppen einzusetzen übrigens. Die haben viele der Tunnel einfach geflutet.

So bliebe Ihnen in diesen Tagen nur noch der Blick über das weite Meer, der noch immer wunderbar ist. Wenn man sich die israelischen Kriegsschiffe am Horizont wegdenkt. Und es bliebe der Traum von Freiheit. Vom Frieden, den Sie und Ihre palästinensische Familie lediglich vom Hörensagen kennen würden. Nur die Gedanken wären frei. In Ihren Gedanken und in Ihren Träumen könnten sie noch immer erleben, was Israels Regierung Ihnen als Palästinenser vorenthält.

Was würden Sie als Bürger von Gaza von Israels Ministerpräsident Netanjahu halten, dem Sie einen Großteil Ihres Leids verdanken? Wären Sie in diesen Tagen des israelischen Dauerbombardements Anhänger der gemäßigten Fatah, die seit Jahrzehnten durch Verhandlungen das Schicksal der Palästinenser zu verbessern sucht? Oder der radikalen, streng konservativen Hamas, die mit teilweise selbst gebastelten Raketen dilettantisch und in inakzeptabler Weise versucht, wenigstens ein paar Rechte der Palästinenser durchzusetzen. Oder hätten Sie wie viele Palästinenser von der Politik einfach die Nase voll. Weil der aktuelle israelische Ministerpräsident, der zufällig Ihren Namen trägt, den Palästinensern ohnehin nie gestatten wird, einen eigenen lebensfähigen und gleichberechtigten palästinensischen Staat aufzubauen? Und der nächste auch nicht. Ich befürchte, Sie würden mit der härtesten der sogenannten palästinensischen Terrorbewegungen, dem 'Islamischen Jihad' sympathisieren. Sie lassen sich ja nur selten von jemandem an Härte übertreffen. Doch wer weiß?

Stellen Sie sich vor, die Bomben der israelischen F16 Kampfjets hätten vor einigen Tagen auch Ihr Haus dem Erdboden gleich gemacht. Sie hätten dadurch wie unzählige Bewohner von Gaza zahlreiche Tote und Verletzte in Ihrer Familie zu beklagen und Ihren gesamten Besitz verloren. Eines der überlebenden, schwer verletzten Kinder im Shifa-Krankenhaus von Gaza, die kleine Maria, wäre Ihre Enkelin. Maria, an deren Krankenbett ich letzte Woche lange stand, hätte bei der Zerstörung Ihres Hauses schwere Verletzungen erlitten. Ein israelischer Raketensplitter steckt noch immer in ihrem Kopf. Durch die Schrecken der Bombennacht hat sie die Sprache verloren. Niemand in Gaza kann sie operieren. In den Krankenhäusern fehlt es an allem. Der israelische Ministerpräsident, der Ihren Namen trägt, interessiert sich nicht für die Krankenhäuser der Palästinenser. Er denkt nie an die Kinder von Gaza. 

Wie würden Sie reagieren, wenn Sie aus den Nachrichten erfahren würden, dass Israel nun auch noch das Shifa-Krankenhaus bombardieren will, in dem Ihre schwerverletzte Enkelin liegt. Angeblich hat die Hamas in den Kellern dieses größten Krankenhauses Gazas ihr Hauptquartier. Wir alle dachten doch, Israel habe die Hamas-Führung weitgehend ausgeschaltet. Die israelische Luftwaffe hat doch angeblich alle Häuser der Hamas zerstört – neben unzähligen Häusern von Zivilisten. Das war doch die Begründung für die wochenlangen mörderischen Bombardements.

Was würden Sie als ausgebombter Bürger von Gaza von diesem israelischen Ministerpräsidenten denken, der unablässig von den Raketen der Hamas und des 'Islamischen Jihad' redet, die in zwei Kriegswochen zwei israelische Zivilisten getötet und 10 verletzt haben? Was auch ich schrecklich finde. Mord bleibt Mord, egal wer ihn begeht. Leider sieht das der israelische Ministerpräsident anders. Ihm sind die 600 ermordeten und 4000 verletzten palästinensischen Zivilisten völlig gleichgültig. Selbst die vier palästinensischen Kinder, die beim Fußballspielen am Strand von israelischen Kriegsschiffen erschossen wurden, die Kinder, die beim Hühnerfüttern vom Dach ihres Hauses geschossen wurden oder die 9 jungen Fußballfans, die in einem Strandcafé beim WM-Spiel Argentinien : Holland von israelischen Raketen getötet wurden. Auch das Beschießen von Behindertenheimen, Krankenhäusern, Ambulanzen, Schulen, all das stört ihn nicht. Noch nie hat dieser israelische Ministerpräsident über ein getötetes palästinensisches Kind geweint. Stattdessen höhnt sein Botschafter in den USA, eigentlich verdienten die israelischen Truppen wegen ihrer 'unvorstellbaren Zurückhaltung' den Friedensnobelpreis. Seine Regierung begeht Kriegsverbrechen und er fordert den Friedensnobelpreis. Unglaublich, würden wahrscheinlich auch Sie denken.

Sehr geehrter Herr Netanjahu, was würden Sie als Palästinenser von diesem israelischen Ministerpräsidenten und seiner Politik halten, wenn Sie Bürger von Gaza wären? Von einem Politiker, dessen Volk vor allem in Europa Jahrtausende lang barbarisch behandelt wurde. Fast immer als Menschen zweiter Klasse. Wie ist es möglich, dass ein Politiker mit dieser tragischen Vorgeschichte seines Volkes nun die Bevölkerung von Gaza als Menschen dritter Klasse behandelt? Hatte der Vater des Staates Israel, Theodor Herzl, nicht einen Musterstaat der Toleranz versprochen? Und geschrieben: "Und fügt es sich, dass Andersgläubige, Andersnationale unter uns wohnen, so werden wir ihnen einen ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit gewähren". Wo in Palästina gibt es ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit für die Palästinenser?

Sehr geehrter Herr Netanjahu, stellen Sie sich bitte wirklich einmal vor, Sie wären nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza geboren! Nur einen Augenblick! Vielleicht würden Sie dann erkennen, dass in Gaza und im Westjordanland Menschen leben, die dieselben Träume haben wie die Bürger Israels. Sie, Herr Netanjahu, könnten mit einer Handvoll Menschlichkeit und Weitsicht wie Jitzchak Rabin ein echter Staatsmann werden. Läge das nicht auch im Interesse Ihres Landes? Israel wird in einer Welt von Feinden nicht überleben. Sondern nur in einer Welt von Freunden. Stellen Sie sich wenigstens einmal am Tag vor, sie seien in Gaza geboren und nicht in Tel Aviv!

Ihr Jürgen Todenhöfer

Quelle:  Facebook.com

Jürgen Todenhöfer am 18.7.2014 im ARD-Morgenmagazin

https://www.youtube.com/watch?v=Rj5eqqs5f1o

8 KOMMENTARE

  1. Würde auf internationaler Ebene Recht und Objektivität vorherrschen, so hatte jedes Land dieser Erde seine Handels-  und Diplomatiebeziehungen mit Israel schon lange abbrechen müssen. Abschnitt 1 war überflüssig und der letzte Abschnitt zu kurz gedacht: Israel (und Judentum) braucht nämlich Antisemitismus so wie die Luft zum Atmen.

  2. Läge das nicht auch im Interesse Ihres Landes? Israel wird in einer Welt von Feinden nicht überleben. Sondern nur in einer Welt von Freunden.

    Israel überlebt seit Bestehen in einer Umgebung, die aus Feinden besteht. Diese  Feindschaft hat auch nichts damit zu tun, was Israel unternimmt, sondern damit, dass es überhaupt da ist. So zu tun, als müsse Israel sich einfach nur bestimmte Forderungen erfüllen und Militäroperationen wie die in Gaza unterlassen, um dann nur noch von Freunden umgeben zu sein, ist bestenfalls illusorisch.

    Sehr geehrter Herr Todenhöfer, stellen Sie sich einmal vor, Sie seien israelischer Ministerpräsident: Wenn Sie keine Offensive wollen, bei der der Tod von Zivilisten quasi programmiert ist: Was würden Sie stattdessen unternehmen, um Ihre Bürger vor dem andauernden Raketenbeschuss und über Tunnel stattfindenden Terror und Entführungen etc. zu schützen?

    Sehr geehrter Herr Todenhöfer, ist mir ggf. Ihr offener Brief an Herrn Hania wegen dieses Raketenbeschusses und des unverantwortlichen Umgangs mit der eigenen Zivilbevölkerung entgangen? Ist mir der Brief an Herrn Nasrallah entgangen, dessen Hisbollah-Miliz in Syrien Palästinenser tötet?

    Anderer Schauplatz, andere Zeit: Ist mir Ihr Brief an Herrn Putin entgangen, als er in Tschetschenien rücksichtslos Krieg führen ließ?

    • ~~Was würden Sie stattdessen unternehmen, um Ihre Bürger vor dem andauernden Raketenbeschuss und über Tunnel stattfindenden Terror und Entführungen etc. zu schützen?

      Wie wäre es damit: Stopp des illegalen Siedlungsbaus und Landraubes. Rückgabe des geraubten Landes. Aufhebung der Blockade. Anerkennung des Palästinensischen Staates. Achtung der UNO-Resolutionen.

  3. @Dante:
    Sie blenden schön die Geschichte aus, wie Israel das ja auch ganz gut kann. Wem hat man Scheibchen für Scheibchen sein Land und seine Rechte weggenommen, seit 1946? Es gibt dazu beeindruckendes Kartenmaterial, da müssen Sie nicht mal großartig rechnen können.

  4. @Andreas

    Eine Antwort muss auf zwei unterschiedlichen Ebenen erfolgen:

    1. Lässt sich Gewalt gegen einen Staat und seine Bürger mit der Geschichte rechtfertigen?

    2. Stimmt das durch die Karten vermittelte Geschichtsbild überhaupt?

    Zu 1.: Welche konkreten Schlüsse ziehen sie daraus? Dass Hamas Recht und Israel zugunsten eines islamischen Staates Palästina zu verschwinden habe, wozu jedes Mittel Recht sei? Dieses Prinzip ließe sich dann auf viele Gebiete anwenden, auch z.B. auf die Türkei, die ihr Land ja auch militärisch erobert hat.

    Zu 2.: Ich kenne die Karten. Sie zeigen folgendes Bild: Das Land Palästina, also das Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan, war vor über 100 Jahren arabisches Land. Dann kamen die Zionisten aus Europa und haben den Arabern das Land entrissen und seine Bewohner vertrieben, was zum Konflikt mit den verbliebenen Arabern führte. Die haben sich verzweifelt gewehrt, und das hat zum Nahostkonflikt geführt, besonders als die Zionisten einseitig einen eigenen jüdischen Staat ausriefen und die Araber vertrieben (Nakba). Das verzweifelte Volk der Palästinenser suchte und fand Schutz bei den Nachbarstaaten, die Israel den Krieg erklärten, aber militärisch scheiterten. Seit 1967 hält Israel das Rest-Palästina besetzt.

    Diese Geschichte ist ein vereinfachtes und verzerrtes Geschichtsbild. Tatsächlich hat es nie einen arabischen Staat Palästina gegeben, bislang jedenfalls nicht. Als die ersten jüdischen Zionisten nach Palästina kamen, war das Land Teil des Osmanischen Reiches, von dem sich die Araber unterdrückt fühlten und gegen das sie daher aufbegehrten. Juden gab es übrigens schon damals im Land, sie waren nie verschwunden. Die Einwanderung von Juden in Palästina begann und setzte sich unter dem britischen Mandat (das übrigens auch das heutige Jordanien umfasste) fort. Gleichzeitig kamen übrigens auch Araber auf Arbeitssuche ins Land, von denen nicht wenige der heutigen Palästinenser abstammen.

    Generell spielte die Mandatsmacht ein doppeltes Spiel und spielte offenbar Juden und Araber gegeneinander aus. Die britischen Behörden waren es auch, die Mohammed Amin al-Husseini zum Mufti von Jerusalem machten, der von Anfang an ein erbitterter Judenfeind war. So kam es zu einer Radikalisierung zunächst auf arabischer und darauf auch von jüdischer Seite, was letztlich in den palästinensischen Bürgerkrieg führte (die dort schon immer und nunmehr lebenden Juden waren ja auch Palästinenser).

    Selbst die araberfreundlichsten Lösungsvorschläge der Briten, die u.a. keinen eigenen jüdischen Staat vorsahen und von der jüdischen Seite zweifellos nur zähneknirschend akzeptiert wurden, wurden von der arabischen Seite abgelehnt; al-Husseini wurde wegen seiner Federführung bei einem Aufstand gesucht und floh nach Deutschland. Er hatte nicht nur gute Beziehungen zum NS-Regime, sondern wurde 1943 sogar persönlich verantwortlich für den Tod von 5000 Kindern, die auf Betreiben des Roten Kreuzes gegen 20000 deutsche Soldaten hätten ausgetauscht werden sollen, was er durch Intervention bei Himmler verhinderte.

    Der Kreig endete, der Palästinensische Bürgerkrieg ging weiter, bis die UN schließlich beschloss, das Land in einen jüdischen und einen arabischen Teil zu teilen. Die arabische Seite lehnte den Teilungsplan sowie auch die Gründung eines arabischen Staates ab, die jüdische stimmte zu. 1948 wurde dann Israel ausgerufen – auf einem viel kleineren Gebiet als dem heutigen Israel. Das war der arabischen Seite noch zu viel, und es kam zum israelischen Bürgerkrieg und zu Flucht und Vertreibung von Arabern und Juden. Letzteres "vergisst" man gern mal.

    Die Palästinaflüchtlinge wurden, so sie in arabischen Staaten Zuflucht fanden, ghettoisiert und bestenfalls stiefmütterlich behandelt. So wäre man gern zurückgekehrt, konnte aber nicht, was 1964 zur Gründung der PLO führte. Erst seitdem ist so etwas wie ein arabisches Volk der Palästinenser als solches definiert.

    Allerdings sind nicht alle Araber aus dem heutigen Israel geflohen; viele sind auch israelische Staatsbürger geworden und leben als gleichberechtigte Bürger mit allen Rechten und Pflichten im Land, und Arabisch ist auch eine der Amtssprachen Israels, neben Englisch und Hebräisch.

  5. herr todenhoefer, wenn man google glauben darf, heisst der vater von israel nicht herzl, sondern rothschild…. genauso wie der angebliche "nobelpreis" 2007/08 abgeschaft wurde und die angeblich "freie presse" schon lange zur WWRP (world wide rothschild propaganda) verkommen ist.

  6. Aus der Position der Stärke glaubt Israel, die Araber / Palästinenser ungestraft bis in alle Ewigkeit hinhalten zu können.

    Das wird so nicht funktionieren. In absehbarer Zeit wird in D die Frage gestellt werden, weshalb man diesen Staat weiter alimentieren soll. In absehbarer Zeit kippen auch die finanziellen  und wirtschaftlichen Kapazitäten der USA.

    Bleiben und vergrössern wird sich der arabische Hass auf die Bewohner dieses Staates.

    Aber, wenn die isralische Regierung nichts zum Ausgleich mit ihren Nachbarn unternimmt, wird die dortige Bevölkerung wohl mal eine riesige Kröte "schlucken" müssen.

    Selber Schuld, wer die Marschrichtung von erzradikalen Kräften bestimmen lässt, siehe das Beispiel Tschetschenien!

    So ist das eben, wenn eine Bevölkerung dussliche Politiker wählt, sehen wir gerade hier bei uns ….

     

    Imre

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