Foto: Kashfi Halford (CC BY-NC 2.0)

Wenn schon aus dem US-State Department, von wo aus immer und unbeirrt die schützende Hand über Israel gehalten wird, Mahnungen laut werden, Jerusalem solle sich im Gaza-Streifen mäßigen, dann muss erhebliche Gefahr im Verzug sein. Doch US-Außenamtschef John Kerry sah sich veranlasst, Israels Premier Benjamin Netanjahu zur Zurückhaltung zu bewegen.

Von Florian Stumfall

„Der Außenamtschef verwies auf die Notwendigkeit, eine weitere Eskalation zu verhindern und möglichst bald zur Umsetzung des Abkommens über den Waffenstillstand von 2012  zurückzukehren“, so die offizielle Mitteilung. In der Stellungnahme wird auch auf die Friedens-Initiative Ägyptens verwiesen, die von den USA weiterhin unterstützt werde. Die Hamas müsse „diesen Plan möglichst bald annehmen“. Aber dazu ist es im Gegenzug natürlich auch notwendig, dass Israel seinen Beitrag leistet, aber derzeit geschieht eben das Gegenteil. Mit dem Bezug auf Ägypten wird deutlich, worin das explosive Potential des israelischen Angriffs besteht. Es ist dies die überaus enge Verflechtung der Kraftfelder, Motivlagen und Gefahren im Nahen Osten bis hin nach Nordafrika.

In der geographischen Nähe des zerfallenen Irak, Syriens, das ums Überleben kämpft, des Libanon, der in den Sog der Bewegung „Islamischer Staat“ ebenso mit einbezogen wird wie Jordanien, einen Krieg zu entfesseln, bedeutet, am Pulverfass zu zündeln. In diese Rechnung sind die beiden großen Regionalmächte Türkei und Iran noch gar nicht miteinbezogen. Sprengstoff steht also genügend zur Verfügung. Dass Israel dennoch einen Militärschlag führt, liegt im Selbstverständnis dieses Staates begründet, für den es keine kleinen sicherheitspolitischen Probleme gibt, sondern nur eines, ein umfassendes, welches die Existenz berührt. Nicht umsonst bekräftigte Kerry trotz seiner Mahnung „seine feste Unterstützung für das Recht Israels auf Selbstverteidigung“.

Natürlich ist das unbestritten, doch ist nicht sicher, ob die Art und Weise, wie es ausgeübt wird, auch zielführend ist. Israels Auftreten gegenüber seinen Nachbarn ist im allgemeinen von wenig Konzilianz geprägt – angefangen von der Siedlungspolitik bis hin jetzt zum Überfall auf Gaza. Die Politik wird stark geprägt vom Bewusstsein militärischer Überlegenheit, weniger von Überlegungen, wie das eigene Verhalten auf dasjenige der arabischen Welt wirkt.

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Dennoch muss der Feldzug in Gaza nicht zu einem Flächenbrand führen. Wahrscheinlich wird man ihn, nachdem einige taktische Ziele erreicht sind, beenden – beenden aber in dem Bewusstsein, dass der nächste in absehbarer Zeit folgen wird.

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1 KOMMENTAR

  1. Die ewige Krone der Menschheit sagte vor 2000 Jahren: "Vater vergib ihnen denn sie wissen nicht was sie tun" Wenn sie immer noch nicht was sie tun sollen, hier mein Vorschlag. Teilt doch das Land einfach fair unter euch auf und gibt endlich Ruhe! Ist doch auch Abrahams Wille! Und Moses hätte endlich mal einen Grund auf sich stolz zu sein das er euch aus der Knechtschaft befreit hat. Und Jesus kann zu Gott sagen, siehst Du Vater, auch die lernen es.

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