Flug MH17: Keine Beweise für Abschuss durch Donezker Volkswehr

In Russland ist man insgesamt zu einer pessimistischen Haltung geneigt, so werden Zustände oder Ereignisse oft schlimmer dargestellt, als sie sind. Doch einer Befürchtung der Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ wird man nicht leicht widersprechen mögen. Das Blatt schrieb, die Weltgemeinschaft stehe am Rande einer politischen Eskalation, wie es sie seit Jahren nicht mehr gegeben habe.

Von Andreas Beck

Der Abschuss der MH 17 der Malaysia Airlines sei das Vorspiel eines neuen Kalten Krieges, befürchtet die Zeitung. Dabei verfügen die USA über keinerlei Beweise dafür, dass die malaysische Boeing von Volkswehr-Milizen geschweige denn von Russland aus abgeschossen wurde, wie Wladimir Batjuk, Experte des Moskauer Instituts für USA- und Kanada-Studien, feststellt. Die Einschätzungen der US-Administration seien nur ein Versuch, Russland und die selbsterklärten Volksrepubliken im Osten der Ukraine unter psychologischen Druck zu setzen. Er nahm Stellung zu einem Dokument über den „Absturz des abgeschossenen Flugzeugs der Malaysia Airlines und seine Folgen – Einschätzung der US-Regierung“, welche auf der Webseite der US-Botschaft in Russland erschienen ist. In dem Dokument beruft sich die US-Regierung unter anderem auf Mitteilungen in sozialen Netzwerke.

„Der Umstand, dass derartige Beweise auf der Webseite der US-Botschaft, einer staatlichen Institution, erscheinen und von ranghohen US-Politikern, einschließlich des Präsidenten und des Außenamtschefs, verbreitet werden, ist ein Zeugnis dafür, dass es keine realen Beweise für solche Behauptungen gibt“, so Batjuk.

Demgegenüber warnt Russlands Staatspräsident Putin davor, das Unglück zu politischer Propaganda zu missbrauchen. Niemand habe das Recht, diese Tragödie zu eigenen politischen Zwecken auszunutzen, sagte er und setzte hinzu, die Konfliktparteien in der Ukraine müßten sich angesichts der Boeing-Katastrophe nun endlich an den Verhandlungstisch zu setzen. Moskau habe bereits mehrmals zur Feuereinstellung aufgefordert. Die russische Seite werde alles tun, damit der Konflikt in der Ukraine in eine Verhandlungsphase übergeht.

Außerdem rief Putin beide Seiten in der Ukraine auf, vernünftige Bedingungen für die Ermittlung des Boeing-Absturzes zu schaffen. Darüber hinaus sprach er sich dafür aus, dass eine von der ICAO geleitete Expertengruppe den Fall an Ort und Stelle ermittelt.

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Gestern fand eine Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums statt. Sehen sie hier noch einmal das Video.

https://www.youtube.com/watch?v=339XaQO2ODk&list=PLkgMSODp36B5P8AuAhAEOP9R9CpMeM215

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