Foto: US-Embassy Kiew (CC BY-ND 2.0)

Die USA schicken einen neuen Botschafter nach Russland. John Tefft erhielt vor wenigen Tagen das Agrément vom russischen Außenministerium. Mit seiner Benennung versuchte Washington einen taktischen Winkelzug, denn Tefft, früher Botschafter in Litauen, Georgien und der Ukraine, also lauter Nachbarn Russlands, ist in Osteuropa bestens bekannt als der „Praktiker der farbigen Revolutionen“.

Von Florian Stumfall

So glaubte oder hoffte das State Department, Moskau werde den Diplomaten ablehnen und sich so eine Blöße geben. Die schnelle Zustimmung des Kreml ist daher eine Überraschung.Tefft war Botschafter in Tiflis, als dort die US-Marionette Schaakaschwili regierte und den Krieg gegen Russland begann, und er war einer seiner engsten Berater. Ebenso war Tefft als Botschafter in der Ukraine mittendrin, als die USA den Maidan-Aufstand inszenierten, um den Präsidenten Janukowitsch zu stürzen. Dennoch nimmt man in Moskau gelassen hin, welch neuen Botschafter die USA da entsandt haben. Er sei professionell, kenne Russland und den postsowjetischen Raum sehr gut, heißt es in Moskau, und spreche sogar russisch.

Dennoch verstehen die Russen, was die Benennung Teffts bedeutet: Das Weiße Haus in Washington ist nicht bereit, das Gespräch mit Moskau zu suchen. Radio „Stimme Russlands“ kommentiert: „Tefft kommt sozusagen, um den Neustart der Beziehungen zu begraben und um ein ‚technischer Botschafter‘ in der von Obama nach den Krim-Ereignissen versprochenen Zeit einer ‚vollen Isolierung Moskaus‘ zu sein.“ Der Präsident des Washingtoner Nixon Center und Herausgeber von „The National Interest“, Dimitri Simes, liegt mit seiner Analyse nicht weit daneben: „Alle Prioritäten und Hauptprobleme des Präsidenten Obama sind innenpolitischer Art. Die Ukraine lenkt ihn ab. Ihretwegen muss er sich dem Feuer der Kritik aussetzen. Daher das Bestreben, sich entschlossen und stark zu geben, den Eindruck zu erwecken, dass Russland unter dem amerikanischen Druck nachgebe. Dass allein wegen dieses Drucks die russischen Panzer nicht die ukrainische Grenze passieren, wegen der angedrohten Sanktionen. Die Administration bellt sehr viel lauter als sie beißt.“

 

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1 KOMMENTAR

  1. Der John Tefft sollte mal lieber ein paar Burger weniger essen, dann wird nicht nur sein Körper foitter, sondern auch sein Verstand klarer. US-Fastfood will die Welt nicht, das sollte ihm mal jemand sagen.

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