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Wenn von China und Korea die Rede ist, denkt man zuerst an die Rolle Pekings als letzter verbliebener Partner des kommunistischen Regimes im Norden. Doch die Dinge ändern sich. Chinas Staatspräsident Xi Jinping machte kürzlich in Seoul, seine Aufwartung, welches man doch im allgemeinen als Außenstelle Washingtons ansieht. Und bei dem ausgeprägten Sinn der Ostasiaten für protokollarische Feinheiten waren die 21 Schuss Salut für den Gast mehr als nur Höflichkeit. Sie sind eine Demonstration für den Norden wie für die USA.

Von Florian Stumfall

„China legt großen Wert auf die Beziehungen zu Südkorea und möchte gern zusammen mit dem Land an der Verbesserung der gemeinsamen strategischen Partnerschaft arbeiten“, erklärte Xi bei seiner Begrüßungsrede. Dass es bei der Bekundung einer löblichen Absicht nicht bleiben wird, haben er und Südkoreas Staatspräsidentin Park Geun-hye gleich darauf gezeigt. Die beiden Staatsoberhäupter haben sich auf einen Handel zwischen beiden Ländern auf der Grundlage des chinesischen Renminbi und des koreanischen Won geeinigt. Das bedeutet, dass der US-Dollar als Verrechnungsgrundlage entfällt. Die Internationalisierung des Renminbi/Yuan macht weitere Fortschritte, diesmal sogar im amerikanischen Vorgarten.

Die Vereinbarung wurde nach langen Verhandlungen getroffen und soll in Kürze durch die Unterzeichnung eines förmlichen Abkommens besiegelt werden. Wie bekanntgegeben wurde, soll Südkorea auch zum sogenannten qualifizierten ausländischen institutionellen Investor ernannt werden und als solcher ein Kontingent von 80 Billionen Yuan, das sind 9,5 Milliarden Euro erhalten. In diesem Status würde es beispielsweise koreanischen Unternehmen möglich, unter Verwendung des Yuan im chinesischen Finanzmarkt zu investieren. Südkorea verfügt seit Mai über in Yuan geführte Guthabenkonten in Höhe von knapp 8,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 70 Prozent seit Jahresanfang. Damit war der Yuan nach dem US-Dollar die am zweithäufigsten verwendete Währung in Südkorea.

Wird diese Nachricht den Finanz-Oligarchen in New York zu denken geben, so ist ein zweiter Aufruf sowohl an die USA als auch an Nordkorea adressiert. Xi und Park bekannten sich beide zu einer koreanischen Halbinsel ohne Atom-Waffen, das heißt, der Norden wie der Süden soll atomwaffenfrei sein. Was den Norden angeht, so ist er offiziell Atom-Macht. Beim Süden ist das nicht so einfach zu sagen, weil nur die Insider wissen, ob dort nun US-Atomwaffen stationiert sind oder nicht.

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Das Bekenntnis von Xi und Park bedeutet also: Der Norden soll seine Kernwaffen verschrotten, was allenfalls durch einen massiven Druck durch China geschehen könnte. Es heißt aber auch: Der Süden will keine US-Atomwaffen, sollten dort welche lagern, dann müssten sie abgezogen werden. Damit entzieht sich der Süden in gewißem Umfang der Schutz-Funktion der USA. Diese müssen so neben der währungspolitischen noch eine militärpolitische Niederlage einstecken. Das alles bei einem einzigen Staatsbesuch!

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