Shanghai soll der Sitz der Entwicklungsbank werden, die von den BRICS-Staaten ins Leben gerufen wird, als Gegenstück zum Internationalen Währungsfonds. Das berichtet die Agentur Reuters, die sich ihrerseits auf Juri Ushakow beruft, einen Berater des russischen Präsidenten Putin. Die Bank soll zunächst mit einem Eigenkapital von 50 Milliarden Dollar ausgestattet werden, die die fünf Mitgliedsländer Brasilien, Russland, China, Indien und Südafrika zu gleichen Teilen aufbringen.

Von Florian Stumfall

Diese Entscheidung ist anlässlich der Jahresversammlung von BRICS im brasilianischen Fortaleza getroffen worden. Der brasilianische Botschafter in China, Valdemar Carneiro Leao, erklärte, dass sich die fünf Länder in allen wesentlichen Punkten einig seien, lediglich ein paar politische Fragen von nachgeordnetem Gewicht seien noch zu lösen. Einigkeit jedenfalls besteht in einem weiteren wesentlichen finanztechnischen Punkt, nämlich der Schaffung einer finanziellen Notreserve, die gestaffelt finanziert wird. Danach bringt China 41 Milliarden Dollar auf, Brasilien, Indien und Russland je 18 Milliarden und Südafrika fünf Milliarden Dollar.

Russland hat auf dem BRICS-Gipfel den Entwurf einer Strategie der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unter den Mitgliedsländern vorgelegt. Russlands Präsident wies auf die Notwendigkeit hin, eine spezielle Arbeitsgruppe auf hoher Ebene zu bilden, die sich mit diesen Entwurf befassen soll. „Die wichtigsten Punkte der Strategie sind in einem von Russland erstellten Investitionsplan enthalten, der 37 Projekte in verschiedenen Sparten vorsieht – von der Hochtechnologie bis hin zur humanitären Sphäre.“

Angesichts einer stärker gewordenen internationalen Konkurrenz, betonte Putin, müsse die die Zusammenarbeit in Handel und Investitionsbereich gestärkt werden. „Das wird es gestatten, den Vorteil geltend zu machen, der aus dem Charakter der Wirtschaften der BRICS-Mitgliedsländer selbst resultiert. Das wird auch die Verwundbarkeit eines jeden Staates angesichts ungünstiger Tendenzen der globalen Konjunktur verringern.“

Auf Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika entfallen elf Prozent der akkumulierten Investitionen und fast 20 Prozent des globalen Handels. Der Warenumsatz zwischen den Mitgliedsländern hat sich in den zurückliegenden fünf Jahren nahezu verdoppelt.

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