BRICS: Aufbau eigener Finanzstrukturen

Im Weltmaßstab gesehen, machen der Internationale Währungsfonds und die Weltbank ebenso massiv Politik wie die Europäische Zentralbank innerhalb der EU. Diese Politik ist ausschließlich an den Interessen der USA und der amerikanischen Multis und Oligarchen ausgerichtet. Deshalb haben die Länder der BRICS – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika beschlossen, sich vor den Risiken absichern, die ihnen aus dieser Konstellation erwachsen. Da ihnen die Entscheidungen von IWF und Weltbank nicht kalkulierbar erscheinen, wollen die fünf Länder eine eigene Alternative schaffen.

Von Florian Stumfall

Zwei Tage nach der Fußball-Weltmeisterschaft findet in Brasilien ein Gipfeltreffen der BRICS statt. Bei dieser Gelegenheit wird eine Vereinbarung über die Gründung einer Neuen Bank für Entwicklung der BRICS und eines Pools für Währungsreserven unterzeichnet. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer der Russischen Föderation und Leiter des Geschäftsrats der BRICS, Sergej Katyrin, erklärt dazu: „Was die Neue Bank für Entwicklung betrifft, so erzielten wir eine Einigung über den Mechanismus zur Verteilung der Anteile.

Russland und die anderen Teilnehmerländer werden zuerst jeweils zwei Milliarden Dollar einbringen. Das ist das bezahlte Bankkapital. Es wird noch ein verteiltes Kapital geben – 50 Milliarden Dollar. Und ein genehmigtes, in etwa 100 Milliarden Dollar. Diese Mittel werden innerhalb von sieben Jahren gebildet. Die Bank wird kollegial geführt. Das höchste kollegiale Organ ist der Verwaltungsrat, das höchste exekutive Organ wird der Direktorenrat sein. Der Bankpräsident wird für fünf Jahre gewählt.“ Die neue Bank für Entwicklung, so Katyrin weiter, solle nicht nur für die Länder der BRICS, sondern auch für alle anderen Staaten, die Mitglieder der UNO sind, offen sein. Allerdings dürfe der Anteil der Länder der BRICS nicht geringer als 55 Prozent sein. Die Tätigkeit der Bank sei auf die Finanzierung von Infrastrukturprojekten auf dem Territorium der BRICS gerichtet.

Der Pool der Devisenreserven wurde geschaffen, weil die Entscheidungen des Federal Reserve Systems der USA und der Europäischen Zentralbank kaum vorherzusehen sind. Um die Währung eines Landes in schwierigen Augenblicken bei Schwankungen zu stützen, wurde daher beschlossen, ein Pool von Reservewährungen zu schaffen. Die Mittel werden nicht überwiesen, sondern auf Konten der Zentralbanken deponiert. Im Notfall wird man auf dieses Geld zugreifen können.“

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Ein Kommentar

  1. Ist das Modell der BRICS nun so viel anders, als das der FED oder EZB?
    Also ein Hurra, das ist die Lösung, mag meiner Brust dabei nicht entweichen.

    Da wächst nichts, das scheint ebensowenig vom Volk gewählt zu sein, noch hat es andere erkennbare Vorzüge. Ein Konstrukt wie FED oder EZB. Es könnte auch einfach das dritte Standbein der Hochfinanz sein um die Völker gegeneinander auszuspielen. Man braucht schon mehrere Positionen und Spieler. Ein Monopoly mit ausschließlich Schloßalleen und einem Spieler funktioniert nicht. Das wissen auch die Betreiber dieses Spiels.

    Gruß aus Bremen

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