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Die US-Wirtschaft schwächelt. Im ersten Quartal sank die amerikanische Wirtschaftsleistung trotz aller Beschönigungen um ordentliche 2,9 Prozent. Indessen zeigt sich, dass selbst die angeblichen Erfolge der letzten Jahre nach dem Finanzkollaps 2007/2008 nichts weiter als ein Luftschloss waren, zumal weite Teile der Bevölkerung drastische Vermögensverluste hinnehmen mussten.

Von Marco Maier

Vermögen USA 1984-2013Langsam sollte sich das US-Establishment Sorgen machen. Die massiv geschönten Wirtschaftsdaten und die kreative Berechnung bei den Arbeitslosenzahlen können nämlich nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass es mit der angeblichen "Wirtschaftsmacht Nummer 1" bergab geht.

Profitierte bis zum Ausbruch der Finanzkrise noch rund die Hälfte der Bevölkerung zumindest einigermaßen von der Washingtoner Wirtschaftspolitik, die insbesondere nach den Anschlägen vom 11. September 2001 mit umfangreichen Kriegseinsätzen reagierte, geht es seitdem fast nur noch bergab. Besonders interessant dabei ist die Vermögensentwicklung der oberen Schichten, die offenbar besonders stark von den Kriegen im Irak und in Afghanistan profitiert haben.

Düster sieht es für die ärmsten 25 Prozent aus, die seit 2002 immer ärmer wurden. Nimmt man das Medianvermögen her, bei dem die Hälfte der Haushalte mehr und die andere Hälfte weniger Vermögen besitzt, so liegt dieser Wert seit 2009 deutlich unter dem Wert von 1984.

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Vermögensentwicklung USA 2003-2013Interessant ist auch ein Blick auf die letzten 10 Jahre. Von 2003 auf 2013 sank das US-Durchschnittsvermögen – nach einem rasanten Anstieg bis 2007 – um etwa 8,6 Prozent. Ein Blick auf das 5. Perzentil zeigt, wie sich die Armen drastisch verschuldeten – selbst in den Wachstumsjahren. Das 25. Perzentil (immer noch Unterschicht) hatte ebenfalls mit dramatischen Vermögensverlusten zu kämpfen und besitzt heute gerade einmal noch ein knappes Drittel jenes Vermögens von 2003. Selbst beim Median liegt der Verlust nach einem anfänglichen Wachstum bei etwas mehr als einem Drittel.

Selbst die obere Mittelschicht (75. Perzentil) musste einen Vermögensverlust von etwa 14 Prozent zuzüglich der Inflationsverluste hinnehmen. Doch wer dachte, dass zumindest die "upper class" (90. und 95. Perzentil) glimpflich davon kam, der irrt. Zwar liegt das Durchschnittsvermögen dieser Gruppe immer noch über dem Wert des Jahres 2003 (+3,56 bzw. #14,44 Prozent), doch unter Berücksichtigung der Inflation ist auch das ein reales Minus, wenngleich die wirklich Reichen noch am besten dastehen.

1a_all_comb_0_0Hierbei muss man berücksichtigen, dass die Erwerbstätigenquote mit aktuell etwa 59 Prozent deutlich unter den Höchstwerten der 1990er-Jahre liegt. Damit steigt die Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten weiter an. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich viele Beschäftigte mit dem Mindestlohn durchschlagen, der bei weitem nicht zum leben ausreicht. Das Phänomen der "working poor" ist nach wie vor aktuell. Damit wird auch die offizielle Arbeitslosenrate zur Farce, da unzählige Menschen einfach aus der Statistik fallen und nicht mehr mitgezählt werden.

GDP final revisionWirft man nun einen Blick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der USA, wird die Sache erst wirklich interessant. So weist die US-Volkswirtschaft offiziell zwar seit dem 2. Quartal 2011 wieder durchwegs ein Wachstum auf, welches jedoch im 1. Quartal 2014 einen drastischen Einbruch erlitt. Die Zerohedge-Grafik mit den einzelnen BIP-Komponenten verdeutlicht in anschaulicher Weise, Insbesondere, da die Daten zwei Mal nach unten revidiert werden mussten.

GDP Q1 LT_1Betrachtet man sich die Grafik links, und berücksichtigt man hierbei sowohl die Inflation als auch den Umstand der Beschönigungen bei der Berechnung, sieht es durchwegs nicht besonders positiv für die US-Wirtschaft aus. Selbst wenn sich die Wirtschaft in den folgenden Quartalen leicht erholt, müssen die Amerikaner insgesamt mit einem sehr schwachen Jahr rechnen. Darunter leiden werden jedoch wieder einmal vor allem die unteren Einkommenschichten.

Sollte es auch im 2. Quartal 2014 zu einem offiziellen Minus kommen, steigt jedoch die Gefahr eines neuen US-induzierten Krieges. Immerhin gilt es heutzutage als Binsenweisheit, dass die USA Rezessionen am liebsten mittels eines neuen Feldzugs bekämpfen. Die Frage ist nur, welches Land nun daran glauben muss. Die Geplänkel mit der ISIS im Irak sind nebensächlich und Syrien bringt zu wenig ein. Bleiben noch der Iran, Venezuela – und im schlimmsten Fall über den Umweg der Ukraine gar Russland. Wobei Letzteres schon ein extrem dramatisches Worst-Case-Szenario darstellt.

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3 KOMMENTARE

  1. Sicherlich stellen sich die Zahlen besser dar, wenn man zur Berechung des BIP nach deutschem Vorbild auch die Umsätze aus Drogenhandel und Prostitution hinzurechnet. Beide Bereiche haben speziell in den USA einen enormen Umfang. Einfach Wolfgang Schäuble um Rat fragen, liebe Amerikaner!

    • Die USA berechnen ihr BIP stark hedonisch. Bei den Europäern ist das nicht so extrem der Fall. Allerdings besagen Schätzungen, dass allein durch diese Methode das US-BIP um etwa 30%, jene der Europäer um etwa 20% überbewertet werden.

      Momentan befinden sich die USA auf der „Dollarpreisbasis“ von 2009. Das heißt: Kauft jemand ein iPhone um 600$ fließen davon (abzüglich der Zuliefererkosten) eigentlich nur 400$ ins US-BIP. Infolge der hedonischen Preisberechnung vergleicht man jedoch die technischen Standards mit jenen von 2009. Somit dürften pro iPhone in etwa 4.000 bis 6.000$ ins BIP einfließen, da sich die Technik ja enorm verbesserte, der Preis für ein Handy jedoch weitestgehend gleich blieb.

  2. Wenn man an die Strafen denkt gegen die ausländische Banken, dann wird nur noch der geistisch verwirrte in der USA noch invesestieren. Wenn man an Commerszbank, Credit Suisse und BNP denkt, gibt immer noch genug verrückte die in der USA investieren. Ohne diese Verrückte wäre die USA schon längst das nächste Argentinien.

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