US-Unternehmerverbände kritisieren Russland-Sanktionen

In kurzen Abständen wird sowohl in Washington als auch in Brüssel und den nachgeordneten Hauptstädten über Sanktionen gegen Russland beraten und verhandelt, neue Ideen werden hervorgebracht, es wird damit gedroht und Druck ausgeübt. Doch mehr und mehr verspüren den Druck solche Adressaten, die eigentlich nicht gemeint waren.

Von Florian Stumfall

Die „United States Chamber of Commerce“ und die „National Association of Manufacturers“ (NAM) sind einer Meinung: Würden weitere US-Sanktionen gegen Russland wirksam, so wäre das zum Schaden amerikanischer Hersteller und zum Nutzen ihrer Konkurrenten, die man kurioserweise in Europa vermutet. Diese Befürchtung äußerten die beiden Verbände nun in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Wenn dem Präsidenten Obama die Politik der Russen nicht gefalle, so der Tenor, so solle er damit die Geschäftswelt unbehelligt lassen. Der NAM gehören 14.000 führende Unternehmen an, die insgesamt mehr als zwölf Millionen Menschen beschäftigen. 

Neben der Mahnung an den eigenen Präsidenten beinhaltet der Aufruf also auch ein gehöriges Misstrauen in die Europäer. Es heißt, diese würden kein „drittes Paket“ von Sanktionen auflegen, sondern zuerst die Amerikaner vorpreschen lassen und sich selbst im Hintergrund halten, um dann eine bessere Position auf dem Markt zu haben.

Endgültig heikel, meint Juri Solosobow vom russischen „Institut für nationale Strategie“, würde die Frage nach Sanktionen dann, wenn der Energiesektor ins Spiel käme. „Solche Sanktionen würden Europa einen Schaden von rund einer Billion Euro zufügen, wenn man alle Folgen mitrechnet. Die USA, die eine Freihandelszone mit einem schwachen Partner gründen wollen, würden zwar davon profitieren, doch die EU begreift, dass man sie dadurch in die Knie zwingt.“ Vielleicht. Doch die Frage ist, ob sie sich dagegen wehrt.

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