US-Kriegsminister Chuck Hagel. Bild: Flickr / Chuck Hagel CC-BY 2.0
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Wenn es um die US-dominierte neue Weltordnung geht, kennt Washington kein Pardon. Nach den Sanktionen gegen Russland erfolgte nun ein verbaler Angriff auf China. Wenn die US-Administrationen der letzten Jahrzehnte etwas perfekt beherrschen, dann ist dies die Fähigkeit sich überall neue Feinde zu schaffen.

Von Marco Maier

Eigentlich muss man sich wundern, dass es überhaupt noch Regierungen gibt, die eine Zusammenarbeit mit dem Washingtoner Apparat präferieren. Immerhin ist die US-Führungsriege dafür bekannt, sich ihrer "Partner" nach Lust und Laune mit Kriegserklärungen und Drohnenangriffen zu entledigen, wenn diese nicht mehr ins Konzept passen. Die al-Kaida, Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi sind dafür Paradebeispiele.

Wenn nun die US-Administration an Bündnisplänen im asiatisch-pazifischen Raum arbeitet um damit die Volksrepublik China in ihrem Handlungsspielraum einzuschränken – besser: ihr auf die Pelle zu rücken – müssen die jeweiligen Länder dies erkennen. Insbesondere die Vietnamesen sollten wissen, auf was sie sich mit den Amerikanern einlassen. Bündnistreue kennen diese nur so lange, wie es für die Pentagon-Strategen nützlich erscheint. Ansonsten gilt das "System heiße Kartoffel".

Dennoch scheinen die Vereinigten Staaten im südostasiatischen Raum einige Sympathisanten gefunden zu haben: Vietnam, welches wegen einer Ölbohrinsel eine kleine maritime Auseinandersetzung mit der chinesischen Marine hatte, Japan, Taiwan und Südkorea sind so oder so eng mit den Amerikanern verbunden, und die Philippinen unterzeichneten erst kürzlich einige Abkommen mit Washington.

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Beim jüngsten "Shangri-La Dialog" in Singapur ließ dann US-Kriegsminister Chuck Hagel jeglichen diplomatischen Anstand beiseite und attackierte Chinas Vize-Generalstabschef Wang Guangzhong mit scharfen Worten. Bei seiner sonntäglichen Rede in Chinas staatlichen TV-Sender CCTV sprach Wang von einer inakzeptablen Provokation, die nicht den diplomatischen Gepflogenheiten entspräche. Hagel hatte in seiner samstäglichen Rede in Singapur China unverhohlen „Nötigung, Einschüchterung“ und eine „Destabilisierung der Region“ vorgeworfen. Zudem drohte der Kriegsminister mit Gegenmaßnahmen. Die Vereinigten Staaten würden nicht wegsehen, wenn jemand die fundamentalen Prinzipien der internationalen (wohl eher "amerikanischen") Ordnung herausfordert.

Dabei stehen beispielsweise die umstrittenen Diaoyu-Inseln (jap. Senkaku) eigentlich China zu, da sie nach dem japanisch-chinesischen Krieg 1805 von Japan zwar annektiert wurden, China jedoch nie seine Ansprüche darauf aufgab (die Geschichte der Inseln auf Wikipedia). Ähnlich verhält es sich mit den von Vietnam und China beanspruchten Paracel-Inseln (Geschichte). Peking wegen der Durchsetzung berechtigter Interessen derart zu brüskieren, steht vor allem den Amerikanern nicht zu.

Auf jeden Fall müssen sich die Amerikaner nicht wundern, wenn sich China trotz der engen wirtschaftlichen Beziehungen enger mit dem ebenfalls von Washington scharf attackierten Russland abstimmt und diese sich zunehmend weitere wirtschaftliche Optionen sichern. Nur der Großteil der europäischen Regierungen sowie einiger anderer Staaten, lassen sich von den Washingtoner Strategen weiterhin wie Tanzbären durch die Manege führen, anstatt die Gestaltung der eigenen Zukunft selbst in die Hände zu nehmen. 

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5 KOMMENTARE

  1. Washington hat noch nicht realisiert, dass wir das Jahr 2014 haben und nicht 1990. Die durch den Zerfall der Sowjetunion erlangten Weltmacht der USA hat dessen Politik überheblich und arrogant gemacht. Daher verstehe ich heute umso besser, was Putin eigentlich meint, wenn er davon spricht, dass der Zerfall der Sowjetunion eine geopolitische Katastrophe war. Damals konnten die Expansionsgelüste der USA in Schach gehalten werden, aber in den letzten 25 Jahren hat sich der Schurke in der Welt nur so verbreitet wie ein Virus.

    Nun bekommt es die USA mit zwei Schwergewichten zu tun. Das eine Schwergewicht besitzt Rohstoffe ohne Ende und die Kraft einer modernen Armee mit genügend Atomwaffen, mit denen man die Welt mehrfach in Schut und Asche legen kann, aber abhängig von der Zusammenarbeit mit seinem Partner. Das andere Schwergewicht ist ein wirtschaftlicher Koloss mit einer ebenfalls schlagkräftigen Armee, aber abhängig von Rohstoffen seines Partners.

    Ich muss wohl nicht erwähnen, dass die USA sich überschätzt. Wer am lautesten bellt, der hat weniger Biss!

  2. Der  USA  Regierung  schwimmen die  Felle  weg  und  das  ist  gut  so.

    Die    Macht  ,  die  sie  reichlich  missbraucht  haben ,  schwindet,  auch das ist  gut  so.

     

     

  3. Die Genugtuung über Amerikas Untergang sei uns allen gegönnt. Jedoch sollten wir uns immer vor Augen halten, dass Mutti uns mit Amerika in den Abgrund reißen wird. Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass sich dieses unterwanderte Deutschland neutral oder gar amerikakritisch in der nahen Zukunft positionieren wird. Wir sitzen leider mit in dem Amerikadampfer.

    • Wenn dieses U$-Deutschland zusammen mit den U$A unter geht, ist das kein Verlust für diesen Planeten, denn Deutschland ist schon lang nicht mehr das, das es einst einmal war.

      Wir sind ja noch nicht einmal Vasallen oder eine Kolonie, sondern nichts anders als billige Hiwis – ohne jeglichen Charakter.

      Bleiben wir trotzdem Optimisten:

      Deutschland hat viel Erfahrung im Wiederauferstehen – ich erinnere an Napoleon,  1918, 1948 … Der kundige Leser wird gewiss viele weitere Beispiele wissen.

      Wenn *dieses* Deutschland verschwindet, wird ihm niemand auch nur eine Träne nachweinen – allenfalls diese EU-Schmarotzer, weil denen dann der Alles-Zahler fehlen wird.

  4. Die abtrünninge europäische Kolonie namens USA hat bei der VR China, sage und schreibe 1272 Milliarden US-Dollar Schulden (Stand März 2014) und was macht die USA?! Sie provozieren die VR China. Es sieht doch fast so aus, als würde die USA anstatt die Schulden zurück zahlen zu wollen, jetzt versuchen den Gläubiger VR China einfach zu erledigen. Zuerst unterstützt die USA, Neo-Nazis in der Ukraine um Russland zu provozieren und jetzt provozieren sie die VR China. Das kann nicht gut gehen. Wenn es einmal zum offenen Schlagabtausch kommen sollte, dann sollte man nicht vergessen, wer der Verursacher war.

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