Das ist das Schicksal, welches die USA dem Irak zugedacht und mit zwei Kriegen herbeigeführt haben: Das Land ist zerstört, es herrschen Gewalt und Anarchie, die Meldungen über Anschläge, die jedes Mal Menschenleben fordern, reißen nicht ab. Das Volk wird noch lange dafür büßen, dass sein gestürzter und getöteter ehemaliger Herrscher Saddam Hussein anders wollte als Washington.

Von Florian Stumfall

Das sind lediglich Meldungen vom Pfingstsonntag, an dem sich die Deutschen friedlich vom vorhergehenden Samstag und den Stunden auf den verstopften Autobahnen erholen: In der irakischen Hauptstadt Bagdad detonieren mehrere Autobomben, mindestens 60 Menschen kommen ums Leben, dutzende weitere werden verletzt. In der nordirakischen Stadt Dschalawla werden zwei Anschläge kurz hintereinander verübt, es gibt 17 Tote. In Baqubah geht eine Autobombe hoch, kurz darauf sprengt sich ein Selbstmordattentäter in einer Menschenmenge in die Luft. Eine weitere Autobombe explodiert in Tikrit. In diesen drei Städten starben 23 Menschen, 50 wurden verletzt.

Was noch schlimmer erscheint als diese Meldungen, ist die Tatsache, dass die Gewalt weiter zunimmt. Grob gesagt sind es die beiden großen moslemischen Gemeinden, die Sunniten und die Schiiten, die sich unbarmherzig bekämpfen. In der Regierungszeit von Saddam Hussein wurden diese Rivalitäten mit harter Hand unterdrückt, aber dafür gab es wenigstens nicht täglich Tote, das Land zerbrach nicht und konnte regiert werden.

Blickt man auf Libyen, das ebenfalls von der NATO zerstört worden ist, so sieht man ein ähnliches Bild. Das Land ist zersplittert in Regionen, in denen Stammesfürsten oder Milizen herrschen, es ist unregierbar geworden und versinkt in Gewalt und Chaos.

Nun drängt sich die Frage auf, wie es sich denn mit Syrien verhält. Es braucht keine Prophetie um zu sagen, wie die Zukunft des Landes aussähe, wenn morgen Präsident Assad gestürzt würde. Syrien, das über Jahrhunderte bis in diese Tage  ein Beispiel für das friedfertige Zusammenleben von verschiedensten Völkern und Religionen gewesen ist, erlitte dasselbe Schicksal, dem die Landesteile bereits ausgeliefert sind, die von den verschiedenen Oppositionsgruppen beherrscht werden. Und wieder sind es die USA, die die Fäden gezogen haben. Den Propagandakrieg aber, der helfen soll die einfachen Zusammenhänge zu verschleiern, tragen alle westlichen Länder mehr oder weniger mit.

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